Feierliche Bläserklänge erfüllten am Erntedankfest die evangelische Kirche in Lang-Göns. Der Gottesdienst wurde musikalisch vom Evangelischen Posaunenchor gestaltet – schwungvoll, einfühlsam und mit jener Wärme, die diese Musik so unverwechselbar macht. In diesem Jahr kam zum Dank noch ein besonderer Anlass hinzu: Zwei langjährige Musiker wurden für ihr außergewöhnliches Engagement geehrt.
Pfarrer Achim Keßler würdigte Frank Seitz und Johannes Schmitt, die beide seit 50 Jahren aktiv im Posaunenchor mitwirken. „Danke an euch beide für – man glaubt es kaum – insgesamt 100 Jahre Bläserdienst“, sagte Keßler und überreichte im Namen des Posaunenwerks der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) die Ehrenurkunden.
Frank Seitz bläst nicht nur seit fünf Jahrzehnten mit, sondern er leitet den Chor auch bereits seit 25 Jahren. Pfarrer Keßler lobte ihn auch dafür: „Ich bewundere deine Kraft und Geduld – und wie du es immer wieder schaffst, den Chor zusammenzuhalten.“ Seitz, der Posaune spielt, greift bei Bedarf auch zu anderen Instrumenten. Für ihn ist die Musik mehr als nur ein Hobby: „Wenn ich eine Stunde gespielt habe, sind meine Alltagssorgen im wahrsten Sinne des Wortes wie weggeblasen“, sagte er mit einem Schmunzeln. Seine Begeisterung für das gemeinsame Musizieren spürt man nicht nur in den Proben, sondern bei jedem Auftritt. „Er lebt und liebt Blech“, brachte es der Pfarrer auf den Punkt.
In einem Grußschreiben, das Keßler auszugsweise verlas, hob Martin Weiser, Vorsitzender des Posaunenwerks der EKHN (Bezirk Starkenburg), neben der fünf Jahrzehnte währenden Bläsertätigkeit des Langgönsers auch die Bedeutung von Seitz‘ Chorleiter-Engagement hervor: „25 Jahre Leitung bedeuten zusätzliche Verantwortung, Vorbereitung der Probestunden, Organisation, Förderung der Chormitglieder und die Auswahl der passenden Musikstücke. Dafür gebührt großer Dank.“
Ebenfalls geehrt wurde Johannes Schmitt, der seit 50 Jahren die Trompete spielt. Mit leuchtenden Augen sprach er über das, was ihn antreibt: „Mir gefällt der Zusammenhalt im Chor und die vielen schönen Gefühle beim Musikmachen. Es ist eine eigene Welt neben der normalen.“
Der Erntedankgottesdienst, musikalisch stimmungsvoll vom Posaunenchor sowie Hans-Joachim Reh am Piano und der Orgel begleitet, machte deutlich, welche Rolle Musik in der Gemeinde spielt: Sie verbindet, tröstet und schenkt Freude. So klangen Dank und Anerkennung an diesem Sonntag nicht nur in den Worten, sondern vor allem in den Tönen. Am Ende gab es langen Applaus für die Jubilare – und für einen Chor, der mit Herz, Können und Gemeinschaftssinn das Gemeindeleben seit mittlerweile 135 (!) Jahren bereichert.
(Text von Imme Rieger)