Ev. Posaunenchor Lang-Göns – Abschluss des Festjahres (05.01.2016)

Gemeinsam mit dem Kirchenchor beschloss der Evangelische Posaunenchor Lang-Göns sein Jubiläumsjahr mit einem Musikalischen Weihnachtsgottesdienst. Foto: Rieger

"Das ist herrliche Musik aus dem Domteil unserer Kirche", würdigte Pfarrer Hartmut Völkner am zweiten Weihnachtsfeiertag die Mitwirkenden des Evangelischen Posaunenchors Lang-Göns und des Evangelischen Kirchenchors. Zum Abschluss der Feierlichkeiten und Konzerte anlässlich des 125-jährigen Jubiläums des Posaunenchors hatte Chorleiter Frank Seitz zu einem Musikalischen Weihnachtsgottesdienst mit dem Evangelischen Kirchenchor unter der Leitung von Hans-Joachim Reh in die Jakobuskirche Lang-Göns eingeladen. Gemeinsam sangen und spielten die Akteure eindrucksvoll und in höchstem Maße harmonisch Musik aus mehreren Jahrhunderten, darunter Kirchenlieder wie "Lobt Gott ihr Christen allzugleich" und "Freut euch alle, singt mit Schalle". Der Gottesdienst bezeichnete für den Posaunenchor das offizielle Ende des Jubiläumsjahres, das einige Höhepunkte aufwies, darunter den Bezirksposaunentag im Juni mit fast 200 Bläsern und einem gleichfalls vielbeachteten Jubiläumskonzert mit Alphörnern und Tiefblech 13 im Bürgerhaus Lang-Göns.


100 Jahre Frauenhilfe Lang-Göns - Weihnachtsfeier (16.12.2015)

"Mein Kompliment, für 100 Jahre sehen Sie alle taufrisch aus", mit diesen Worten sorgte Pfarrer Achim Keßler bei der Feier zum 100-jährigen Bestehen der Evangelischen Frauenhilfe Langgöns für Heiterkeit. Rund 90 Frauen trafen sich auf den Tag genau ein Jahrhundert nach der Gründung des Vereins am 14. November 1915 im Gemeindezentrum neben der Jakobuskirche, um dieses besondere Jubiläum in geselliger und vergnügter Runde bei Kaffee und Kuchen zu feiern. Herta Reusch begrüßte im Namen des Vorstandsteams neben den Frauenhilfsschwestern die beiden Pfarrer der Kirchengemeinde, Achim Keßler und Hartmut Völkner, sowie Gäste von Frauenhilfsgruppen des Dekanates Gießen. Mit einem humorvollen Anspiel „auf Platt“ hatten Elke Rudolph und Doris Rompf, beide in Tracht gekleidet, zuvor den Nachmittag eröffnet. In seiner Ansprache erinnerte Pfarrer Keßler daran, dass die Kirchengemeinde mit dem hundertjährigen Bestehen der Frauenhilfe bereits das dritte Jubiläum in diesem Jahr feiern konnte, denn der Evangelische Posaunenchor beging sein 125 -jähriges Jubiläum und der Arbeitskreis "Leben nach Tschernobyl" besteht seit 25 Jahren. Das Gründungsdatum der Frauenhilfe im Advent sei seiner Meinung nach kein Zufall gewesen, "denn im Advent sieht man die Not besonders deutlich", sagte der Pfarrer und dankte den engagierten Frauen dafür, "dass sie dem Herrn den Weg bereiten, indem sie die Not anderer Menschen gesehen, wahrgenommen und ihnen geholfen haben". In einem weiteren szenischen Anspiel thematisierten Margit Reh, Gretel Christ, Doris Jung, Christa Schwan und Doris Weil unterhaltsam, amüsant, aber auch nachdenklich stimmend die Frage "Was bedeutet für Dich/Sie Weihnachten“.Pfarrer Völkner sprach in seiner Andacht darüber, eine Brücke vom Kinderfest Weihnachten dahin zu bauen, dass Weihnachten "erwachsen" werden könne. Das sei zu schaffen, wenn Weihnachten die Herzen der Menschen berühre und sie wüssten: "Christ der Retter ist da".Die Grüße des Frauenhilfsteams Land des Dekanates Gießen überbrachten Maritta Biehl und Elke Valentin. Sie betonten, dass die Frauenhilfe Langgöns "etwas ganz Besonderes" sei, lobten die "anheimelnde Atmosphäre" in Lang-Göns und überreichten eine Engelsfigur mit kleinem "Müllkorb", in den jeder symbolisch seine Sorgen und Nöte hinein werfen könne.Musikalisch umrahmte Elfriede Völkner – wie bereits seit vielen Jahren bei Veranstaltungen der Frauenhilfe – die Feier.

Ein humorvolles Anspiel in Tracht setzten Elke Rudolph und Doris Rompf (l.) in Szene. Foto: Rieger
Gruppenbild des Vorstands (v. l.): Hartmut Völkner, Christa Schwan, Gretel Christ, Herta Althaus, Herta Reusch und Achim Keßler. Foto: Rieger
Maritta Biehl (l.) und Elke Valentin (r.) überreichten Herta Reusch eine Engelsfigur. Foto: Rieger

100 Jahre Frauenhilfe Lang-Göns - Festgottesdienst (14.12.2015)

Kirchenchor und Kammerorchester umrahmten den Festgottesdienst zum hundertjährigen Jubiläum der evangelischen Frauenhilfe Langgöns musikalisch.

"100 Jahre Evangelische Frauenhilfe Lang-Göns steht für viel Bewahrung und Begegnung", würdigte Pfarrer Hartmut Völkner das Wirken der so genannten Frauenhilfsschwestern in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Lang-Göns. Am Montag, dem 14. Dezember vor exakt 100 Jahren, wurde die Evangelische Frauenhilfe gegründet. Das wurde an diesem Nachmittag bei Kaffee und Kuchen gebührend gefeiert. Bereits einen Tag zuvor, am Sonntag, gab es anlässlich dieses runden Jubiläums einen Festgottesdienst. Pfarrer Achim Keßler begrüßte in der vollbesetzten Kirche auch Frauenhilfsschwestern aus anderen Gemeinden sowie Dekan Frank-Tilo Becher."Den Auftrag ‚Bereitet dem Herrn den Weg‘ hat die Frauenhilfe in all den 100 Jahren immer erfüllt", betonte Keßler und sprach den engagierten Damen im Namen der Gemeinde ein herzliches Dankeschön aus. Ihre Arbeit sei nicht selbstverständlich. Er ließ 100 Jahre Revue passieren und stellte eingangs die Frage: "Was hat Trost mit 100 Jahren Frauenhilfe zu tun?" Die Antwort ergab sich bereits beim Blick auf das Gründungsdatum, das mitten im Ersten Weltkrieg lag. In der Pfarrchronik notierte Pfarrer Theodor Weber am 14. Dezember 1915: "Dienstag, 14. Dezember, ab 8 Uhr abends gründete ich im Rathaus einen evangelischen Frauenverein.“ 18 Mitglieder waren am Anfang dabei, der jeweilige Pfarrer sollte das einzige männliche Mitglied sein. Das Ziel der Frauen war und ist es auch heute noch, Menschen in Not zu helfen. Und das war auch bitter nötig in der damaligen Zeit. So machten sich die Lang-Gönserinnen ans Werk: 100 Kuchen wurden an Verwundete nach Gießen gespendet; 100 Zentner Wollsachen gesammelt und über das Kreisamt Gießen an Soldaten und Bedürftige verteilt, zitierte Pfarrer Keßler aus der Pfarrchronik. Ab 1933 mussten sich die Frauen gegen die Einflüsse der nationalsozialistischen Machthaber stemmen. Im Zweiten Weltkrieg organisierten sie eine Suppenküche, aus der mehrere 1000 Essen ausgegeben wurden. Nach dem Krieg pflegte die Frauenhilfe Kontakt zu einer Partnergemeinde in Bad Schmiedeberg in der damaligen DDR, es gab lange Zeit Brieffreundschaften und regelmäßige Besuche."Die Frauenhilfe hat immer geholfen und dadurch Trost gespendet", sagte der Pfarrer. Heute hat der Verein 120 Mitglieder, viele davon unterstützen regelmäßig durch Kochen, Backen und den Verkauf von Bastelarbeiten bedürftige Menschen und auch die Kirchengemeinde.Dekan Frank-Tilo Becher überbrachte die Grüße des Evangelischen Dekanats Gießen und gratulierte zum Jubiläum. "Die Frauenhilfe hat ihr Ziel, Menschen in Not zu helfen, immer erreicht. Sie steht dafür, das Wort zur Tat zu bringen, herzlichen Dank für Ihren Einsatz und Ihr Engagement", sagte der Dekan und überreichte eine Bambuslibelle als Symbol der Balance und dafür, "dass Gottes Finger uns trägt". Becher zeigte sich ganz besonders von der musikalischen Umrahmung des Festgottesdienstes beeindruckt, der vom Kammerorchester und dem Evangelischen Kirchenchor unter der Gesamtleitung von Hans-Joachim Reh gestaltet wurde. "Sie haben eine wunderbare, großartige und bewegende Kirchenmusik in ihrer Gemeinde, ich bin wirklich begeistert!“ lobte der Dekan. Unter anderem wurden mehrere Sätze aus Händels Feuerwerksmusik eindrucksvoll und höchst professionell zu Gehör gebracht.Die Kollekte wurde zu Gunsten der Frauenhilfe gesammelt, die damit ein Projekt für Frauen, die ihre Familien "mit Nadel und Faden" ernähren wollen, unterstützen. Im Anschluss an den Gottesdienst waren die Besucher zu einem erweiterten Kirchenkaffee mit kulinarischen Köstlichkeiten, die von den Frauenhilfsschwestern zubereitet worden waren, eingeladen.


100 Jahre Frauenhilfe Lang-Göns (05.12.2015)

Am 14. Dezember ist es auf den Tag genau 100 Jahre her, dass Theodor Weber, Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Lang-Göns, die Evangelische Frauenhilfe Langgöns gründete. Dieses runde Jubiläum wird am Sonntag, dem 13. Dezember, mit einem Festgottesdienst in der Jakobuskirche unter Mitwirkung von Kammerorchester und Kirchenchor gefeiert. Einen Tag später wird das 100 -jährige Bestehen am Nachmittag im Gemeindezentrum bei Kaffee, Kuchen und mit allerlei Überraschungen gewürdigt.
 
Herta Reusch, Gretel Christ, Christa Schwan und Herta Althaus teilen sich die Vorstandsarbeit des Vereins. Sie lassen anlässlich des Jubiläums die vergangenen 100 Jahre Revue passieren und stellen die aktuelle Arbeit der Evangelischen Frauenhilfe Langgöns vor: "Das Ziel der Frauen war von der Gründung an, wie auch heute noch, Menschen in Not zu helfen", betonen sie einmütig. Die Frauen treffen sich nach alter Tradition an jedem dritten Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr im Gemeindezentrum. Am ersten Mittwoch im Monat gibt es einen Seniorennachmittag, an dem die Frauen für das leibliche Wohl sorgen. An jedem dritten Freitag im Monat steht Singen im Seniorenzentrum, dem "Heinz-Ulm-Haus“, auf dem Terminplan. Die Gymnastikgruppe trifft sich ganzjährig jeden Montagabend um 19.30 Uhr in der Karl-Zeiss-Sporthalle.
"Wir haben eine lebendige Frauenarbeit, wir beschäftigen uns mit der Bibel, wir greifen Probleme der Zeit auf und laden dazu auch manchmal auswärtige Referenten ein", bringen die vier Vorstandsdamen die Aktivitäten auf den Punkt. "Die Grundlage unserer Arbeit ist Gottes Wort und soll es auch für die Zukunft bleiben", betonen sie.
 
 Doch wie fing das vor 100 Jahren alles an? Wir machen eine kleine Zeitreise: Am 14. Dezember 1915 litt die Bevölkerung seit über einem Jahr unter den Folgen des Ersten Weltkriegs, die Not war groß, auch in Lang-Göns. "Während des Ersten Weltkriegs leisteten die Frauen wegen des Mangels an männlichen Arbeitskräften Hilfe bei der Ernte und nahmen sich der Familien an, die durch den Krieg in soziale Not geraten waren“, berichtet Herta Reusch. Bei den wöchentlichen Zusammenkünften und auch zuhause strickten die Frauen Strümpfe für die Soldaten und packten Pakete mit Grüßen aus der Heimat an die eingezogenen Lang-Gönser auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen. Auch die Kleinkinderschule, die seit 1892 in Lang-Göns bestand, wurde unterstützt. "Von Anfang an stand auch das Wort Gottes im Mittelpunkt. Pfarrer Weber hielt zum Schluss jeder Zusammenkunft eine Andacht", erzählt Gretel Christ. Nach dem Krieg erkrankte der Pfarrer, so dass die Frauen Anfang der Zwanzigerjahre auf sich allein gestellt waren. Das änderte sich 1925, als Pfarrer Wilhelm Wahl nach Lang-Göns kam und die Frauenarbeit förderte. Die Gründung einer Krankenpflegestation wurde tatkräftig unterstützt und 1931/32 konnten durch die Einrichtung einer Suppenküche viele durchreisende Wanderburschen, die durch die damalige Arbeitslosigkeit in Not geraten waren, mit einer warmen Mahlzeit versorgt werden. Im ersten Winter wurden 826 Essen verteilt. Auch Kleidung wurde für diese oft verzweifelten Menschen gesammelt und weitergegeben, mancher fand geistlichen Trost durch das Lesen von Blättern des Neukirchener Kalenders. Während des nationalsozialistischen Regimes durfte es offiziell keine Frauenhilfe geben, "doch die Lang-Gönser Frauen blieben treu zusammen bei Bibel und Gesangbuch!", erzählen die Vorstandsdamen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Arbeit wieder aufgenommen. In den fünfziger Jahren pflegte die Frauenhilfe Kontakt zu einer Partnergemeinde in Bad Schmiedeberg in der damaligen DDR, es gab lange Zeit Brieffreundschaften und regelmäßige Besuche.
In den siebziger Jahren gründete sich ein  Bastelkreis, dessen kreative Produkte bei Basaren verkauft wurden. Der Erlös diente stets sozialen Zwecken. Diese Gruppe gibt es heute nicht mehr, aber die 1978 gegründete Gymnastikgruppe ist nach wie vor sehr rege. "Darüber fanden auch jüngere Frauen den Weg zu uns, gerade in diesem Jahr konnten wir uns über vier neue Mitglieder freuen", verrät Christa Schwan. In den siebziger Jahren hatte sich Dore Zeiss, Ehefrau des als "Olympia-Pfarrers“ deutschlandweit bekannt gewordenen Karl Zeiss, ganz der Frauenhilfe verschrieben.
Ein ganz dickes Lob zollen die vier Vorstandsfrauen den beiden jetzigen Pfarrern der Kirchengemeinde:" Wir haben an Hartmut Völkner und Achim Keßler wirklich sehr große Stützen!“ Auch an Elfriede Völkner geht ein großer Dank für ihre ebenfalls bereits jahrzehntelange musikalische Begleitung bei den verschiedensten Veranstaltungen.
 Die Frauenhilfe unterstützt die ökumenische Arbeit in der Kirchengemeinde: So wird seit 1983 der Weltgebetstag der Frauen Anfang März jeweils im Wechsel in der katholischen und evangelischen Kirche durchgeführt. Beliebt sind auch die alljährlichen Adventkaffees mit verschiedenen Ausstellungen sowie das gemeinschaftliche „Hoingk“- und Geleekochen - selbstverständlich immer für einen guten Zweck.
Die Geselligkeit kommt bei der Frauenhilfe ebenfalls nicht zu kurz. Ganz besonders beliebt waren und sind die Tagesausflüge, "das war was, da haben sich die Frauen immer sehr gefreut!", erinnert sich Herta Althaus an eine lieb gewonnene Tradition. Auch der traditionelle Grillabend im Sommer wird gerne besucht und ist sehr beliebt. Legendär sind die Backkünste der Frauen. Die Kuchenbuffets bei den Gemeindefesten und anderen Veranstaltungen sind jedes Mal immer wieder eine optische Augenweide und ein kulinarischer Gaumenschmaus.
Eines ist schon jetzt gewiss: Hier werden sich die Frauen bei der Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen am 14. Dezember sicherlich wieder ganz besonders ins Zeug legen!
Fotos und Repros: Rieger
 
Termine:
13. Dezember, 10 Uhr: Festgottesdienst in der Jakobuskirche; anschließend erweitertes Kirchenkaffee
 
14. Dezember, 14.30 Uhr: Jubiläumsfeier im Gemeindezentrum mit Kaffee, Kuchen und kleinem Programm
 
Auf einen Blick:
Name: Evangelische Frauenhilfe Langgöns
Gründungsjahr: 1915
Mitglieder: 120
Ansprechpartner: Gretel Christ, Tel.: 06403/75408, E-Mail: gretel-christ(at)t-online(dot)de

Der aktuelle Vorstand mit (v. l.) Herta Althaus, Herta Reusch, Gretel Christ und Christa Schwan.
Ausflüge waren und sind immer beliebt: In den 80er Jahren führte einer nach Heidelberg, wo diese Aufnahme der Frauen mit Pfarrer Hartmut Völkner (oben l.) entstand.
Ausflug nach Bad Ems mit einem rauchenden Pfarrer Wilhelm Wahl (r.) und Frauen auch noch in Tracht.

Interessengemeinschaft Flüchtlingshilfe Langgöns – Adventsfeier (04.12.2015)

Diese drei Frauen aus Eritrea zelebrierten bei der Adventsfeier der Langgönser Flüchtlinge die typische Kaffeezeremonie ihres Landes.

"Wo Not ist, darf eine volle Herberge niemals ein Argument sein", betonte Pfarrer Achim Keßler in Anspielung auf die Weihnachtsgeschichte in seiner Begrüßungsrede zur Adventsfeier mit Flüchtlingen und ehrenamtlichen Helfern im Gemeindezentrum neben der evangelischen Jakobuskirche. Hierzu hatte die Interessengemeinschaft Flüchtlingshilfe Langgöns gemeinsam mit der evangelischen Kirche eingeladen. Es war ein geselliger Abend mit vielen Besuchern, an dem alle Beteiligten zum ausklingenden Jahr noch einmal zusammentrafen. Die herzhaften und süßen kulinarischen Köstlichkeiten aus Deutschland und den Herkunftsländern der Flüchtlinge wurden gerne probiert, es wurde viel geredet und gelacht. Drei Frauen aus Eritrea zelebrierten die in ihrer Heimat typische aufwändige Kaffeezeremonie. Pfarrer Hartmut Völkner freute sich, die Weihnachtsgeschichte in verschiedenen Sprachen, herausgegeben von der Deutschen Bibelgesellschaft, dabei zu haben. Sie wurde u. a. auf Tigrinya, einer Sprache aus Äthiopien /Eritrea und auf Russisch vorgelesen. Katharina Schuh vom Diakonischen Werk Gießen, seit September Ansprechpartnerin für die Menschen in der Langgönser Gemeinschaftsunterkunft, sprach von einer "Vorzeigegruppe "und attestierte den Akteuren der Interessengemeinschaft Flüchtlingshilfe Langgöns "eine sehr sehr tolle Arbeit, um Integration zu fördern". Im Namen der Interessengemeinschaft dankte Gabi Schäfer-Reusch allen Unterstützern. "Das Verstehen untereinander klappt schon ganz prima", freute sie sich.
Es gab eine kleine Andacht und Informationen über christliche Weihnachts- und Adventsbräuche. Sie sind bei Syrern und Eritreern, die christlichen Glaubens sind, bekannt: "Weihnachten feiern wir auch, aber nur diesen Tag, es gibt bei uns keine Adventszeit, aber wir haben auch Krippen und Weihnachtsbäume", berichtete ein Mann aus Eritrea in gutem Deutsch. In dem afrikanischen Land ist Weihnachten ebenfalls ein Familienfest, an dem alle nachhause kommen und gemeinsam feiern. Auch viele Flüchtlinge muslimischen Glaubens kennen Weihnachten gut, so wie die Familie aus Tschetschenien, die seit fünf Monaten in Deutschland lebt: "Das russische Weihnachten ist ähnlich wie hier, wird  jedoch am 7. Januar gefeiert, für die Mädchen und Jungen gibt es dann Geschenke, auch unsere Kinder bekommen Kleinigkeiten", erzählte die Mutter. "Wir respektieren die christlichen Feste, stehen ihnen offen gegenüber und finden sie sehr interessant", sagte sie.
Die Interessengemeinschaft Flüchtlingshilfe Langgöns ist weiterhin auf die Hilfe und Unterstützung der heimischen Bevölkerung angewiesen. Aktuell werden weitere Ehrenamtlichen zur Übermittlung der deutschen Sprache, speziell für die Flüchtlingsgruppen in den Ortsteilen Niederkleen und Oberkleen, gesucht. Interessenten können sich per E-Mail an asylinlanggoens@web.de oder telefonisch an die Gemeindeverwaltung (06403/9020-0) oder an das Evangelische Gemeindebüro in Lang-Göns (06403/3132) wenden.


Frauenfrühstück (18.11.2015)

Der „Umgang mit dem Plan B im Leben“ war Thema beim Frauenfrühstück der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Lang-Göns im Gemeindezentrum neben der Jakobuskirche. Ingrid Dück aus Bad Hersfeld war kurzfristig für eine erkrankte Referentin eingesprungen und thematisierte passenderweise genau solche unerwarteten Planänderungen.Mehr als 80 Frauen waren der Einladung des Vorbereitungsteams um Elfriede Völkner gefolgt. Geselliges Beisammensein an liebevoll mit zahlreichen Kerzen dekorierten Tischen, ein üppiges Frühstücksbuffet, ein interessantes Thema und ansprechende Musik machten einmal mehr die Beliebtheit des Frauenfrühstücks aus. Martina Seidel begrüßte die Zuhörerinnen, Elfriede Völkner (Klavier) und Daniela Ziegler (Querflöte) sorgten für die musikalische Umrahmung des Morgens. „Oft hat man im Leben gar nicht die Wahl, ob es kommt, wie man will. Man hat nur die Möglichkeit, angemessen oder unangemessen auf Veränderungen zu reagieren“, führte Ingrid Dück in das Thema ein. Doch wie ist es möglich, einen guten Umgang mit solchen unerwünschten Planänderungen zu finden? Steckt vielleicht womöglich ein Sinn und Gewinn in genau diesen Situationen? Anhand des Bildes der Muschel, in der sich eine Perle bildet, machte die Theologin das Thema anschaulich: "Für die Muschel ist das eingedrungene Sandkorn zunächst ein unangenehmer Störfaktor. Sie ummantelt das Korn immer wieder mit Perlmutt, bis eine wunderschöne Perle entstanden ist." Die Referentin betonte:" Wir haben nicht die Wahl, was in unserem Leben anders kommt - aber wir haben die Wahl, wie wir damit umgehen!“Ingrid Dück ermutigte die Frauen, ihr Leben nicht nur von den Umständen bestimmen zu lassen, sondern das Leben durch den Umgang mit den Umständen zu gestalten.Sie zeigte konkret auf, dass sich „Perlen der Lebenserfahrung, Dankbarkeit und Hoffnung“, gerade auch in den ungeliebten Situationen finden lassen. "Dinge, die wir in schweren Zeiten erleben, geben uns Tiefgang und Bodenhaftung", betonte die Theologin. Wichtig sei auch, zu lernen, was im Leben wirklich wichtig ist.Dabei ging es Ingrid Dück nicht um ein einfaches Rezept für ein glückliches Leben, sondern vielmehr um einen respektvollen und konstruktiven Umgang mit der eigenen Lebensgeschichte.Zu all den Fragen in Planänderungen griff sie die Frage nach Gott auf und machte anhand lebendiger Beispiele deutlich, dass Enttäuschungen gegenüber Gott auch dann entstehen, wenn wir Dinge erwarten, die nie versprochen waren. "Gott erfüllt nicht alle unsere Wünsche, aber alle seine Verheißungen!" Ingrid Dück machte den Zuhörerinnen deutlich, dass Planänderungen nicht bedeuten, dass Gott keinen Plan habe. Er sei manchmal nur anders, als wir es uns denken. "Erstens kommt es anders und zweitens finden wir Perlen", sagte sie. "Der Sand im Getriebe der Perle ist unser Leben – wir haben die Wahl den Weg der Muschel zu gehen!"Das nächste Frauenfrühstück findet am Samstag, dem 5. März 2016, statt. Elke Werner aus Marburg wird über "Heilung für gestern – Kraft für heute – Mut für morgen" referieren.

Foto: Rieger
Ingrid Dück Foto: Rieger

Abschiedsgottesdienst von Rüdi (06.11.2015)

Das war ein turbulenter Abschied! Der bekanntermaßen ziemlich freche, aber trotzdem irgendwie süße und knuddelige Kirchenrabe Rüdi trieb im evangelischen Familiengottesdienst am vergangenen Sonntag in der Lang-Gönser Jakobuskirche zum letzten Mal seine Späße mit Pfarrer Achim Keßler. Seitdem Pfarrer Keßler vor  17 Jahren ein Nest mit einem Rabenei im Kirchturm fand, dem bald Rüdi entschlüpfte, ist der Rabe nun fast erwachsen geworden und es drängt ihn hinaus in die weite Welt.
 
Die Kirche war aus diesem Anlass mit bunten Luftballons und Girlanden geschmückt, und sie war voll besetzt, denn ganz besonders die jungen Besucher wollten Rüdi noch einmal sehen und ihm “Auf Wiedersehen!” sagen.
Rüdi war bestens gelaunt und verriet, dass er gerade sein Rabitur bestanden hatte. Vor lauter Freude warf der kleine Frechdachs  mit Süßigkeiten um sich und als Rabitur-Scherz spritzte er Pfarrer Keßler sogar mit einer Wasserpistole nass. Im Gespräch mit dem Pfarrer berichtete Rüdi, dass er nun sein Freiwilliges Soziales Raben-Jahr (FSRJ) als Au-Pair-Rabe bei den Pinguinen am Südpol verbringen wird, um ihnen beim Eierausbrüten zu helfen. Deshalb verlässt er auch den Turm der Jakobuskirche. Auf seine neue Aufgabe freute er sich sehr, hatte aber auch Angst vor dem Neuen. Diese Sorge sei normal, beruhigte ihn der Pfarrer, zum Beispiel bei Eltern, die ihre Kinder irgendwann ins Leben entlassen müssten. Deshalb sei die Taufe ganz wichtig: Dadurch sei "niemand von uns allein, selbst wenn wir einen  lieben Menschen loslassen müssen, oder wie jetzt Rüdi, denn Gott ist immer bei uns". Der Pfarrer freute sich sehr, an diesem Tag auch die kleine Matilda taufen zu dürfen, deren Mutter Ina Ickler viele Jahre dem Kinderkirchenteam angehört hatte. Für Rüdi hielt er ein besonderes Geschenk bereit. Doch es waren nicht "Gold, Cash, Money oder Regenwürmer", wie Rudi hoffnungsvoll erwartete, sondern der Segen Gottes. Den bekam nicht nur Rüdi zum Abschied, sondern auch alle Kinder, die zur Tauferinnerung eingeladen worden waren.
Ein letztes Mal neckten sich Rüdi und der Pfarrer: So titulierte der freche Rabe beispielsweise Keßler im Talar als "Schwarzer", was dieser natürlich umgehend an das rabenschwarze Federtier zurückgab: "Ruhig, Schwarzer, ruhig“, sagte der Pfarrer und es sah nicht nur dabei ein wenig so aus, als müsste er ein Lachen unterdrücken. Der kleine Jonathan überreichte Rüdi zum Abschied ein selbstgemaltes Bild der Jakobuskirche. Rüdi verlieh Achim Keßler eine "Medaille für den weltbesten Pfarrer für Raben". Alle Gottesdienstbesucher winkten Rüdi zum Abschied noch einmal zu und der Rabe rief: "Macht's gut, das war toll mit euch, Kinder, tschüssikowski, ich hab euch alle lieb!" Den Kindern wurde der Abschied von dem beliebten Raben mit kleinen Süßigkeiten erleichtert. Pfarrer Keßler bedankte sich beim langjährigen Kinderkirchenteam, bestehend aus Judith Friedl-Grötsch, Marina Jahn, Ina Ickler, Frank Seitz und Thorsten Lauber, mit einer Fotocollage, zusammengestellt aus Rüdis schönsten Bilder.
Natürlich stellten die Kinder auch die Frage, ob Rüdi denn ab und zu noch einmal in den Familiengottesdienst wiederkommen wird. Diese Frage ließ der Rabe aber offen.
Musikalisch umrahmten ein Singteam mit Stefanie Dörr und Carolin Körber sowie Hans-Joachim Reh (Klavier), Andreas Christ (Gitarre) und Dieter Brückel (Cachon) den Gottesdienst.

Zum Abschied gab es ein Gruppenbild des Kinderkirchenteams mit Erinnerungsgeschenk, Rüdi und Pfarrer Keßler (v. l.): Frank Seitz, Achim Keßler mit Rüdi, Marina Jahn, Judith Friedl-Grötsch, Ina Ickler und Thorsten Lauber. Foto: I. Rieger
Rüdi überreichte Pfarrer Keßler zum Abschied eine Medaille als "weltbester Pfarrer für Raben". Foto: I. Rieger
Pfarrer Keßler segnete die Kinder. Foto: Rieger
Waren viel Jahre ein tolles Team: Rüdi und Pfarrer Achim Keßler. Foto: I.Rieger

Rüdi verlässt Lang-Göns (29.10.2015)

Vor 18 Jahren entdeckte der Lang-Gönser Pfarrer Achim Keßler im Turm der Jakobuskirche ein Nest mit einem Ei darin. Daraus schlüpfte kurz danach der Rabe Rüdi, der sich schnell zu einer Art lokalen Berühmtheit entwickelte – besonders bei den Kindern. Ziemlich frech, aber trotzdem liebenswert, lieferte er sich in den vergangenen 18 Jahren unzählige Male im Familiengottesdienst so manches Wortgefecht mit Pfarrer Keßler. Die spannenden Diskussionen und Geschichten drehten sich natürlich immer um ein religiöses Thema. Die beiden waren ein tolles Paar und hatten eine große Fangemeinde. Nun ist Rüdi erwachsen, hat kürzlich sein Rabitur gemacht und es drängt ihn hinaus in die weite Welt. Im Familiengottesdienst am Sonntag, dem 1. November, um 10 Uhr, wird Rüdi ein letztes Mal seine Scherze treiben. Gemeinsam mit Pfarrer Keßler beantwortet er hier vorab einige Fragen.
 
Rüdi, erzählt doch mal, warum du das schöne Lang-Göns verlassen möchtest und welche Pläne du hast! Mir ist zu Ohren gekommen , dass du dich bei "Raben ohne Grenzen" um "Flattermänner kümmern willst, denen es nicht so gut geht." Stimmt das?

Rüdi:
Ähäm. Also ... Ich bin ja jetzt groß. Und ich habe jetzt mein Rabitur gemacht und meine Eltern wollen, dass ich besser Englisch sprechen kann und meinten, dass ich in die große Welt soll. Und da war so ein Auslandspraktikum. Ich darf ja nicht zu viel verraten: Aber ich werde Au-pair-Rabe am Südpol.
 
Pfarrer Keßler, was sagen Sie dazu?

Keßler:
Mir tut das unendlich leid, dass Rüdi geht. Wir haben unwahrscheinlich viel miteinander erlebt ... und ich glaube, auch viel voneinander gelernt. Aber offenbar müssen nicht nur Eltern lernen, loszulassen, das müssen auch Pfarrer. Ja, wir alle müssen feststellen, dass Rüdi groß geworden ist und er jetzt auf eigenen Flügeln die Welt erobert.
 
Rüdi, 18 Jahre sind eine lange Zeit, woran erinnerst du dich denn besonders gerne?

Rüdi:
An die Besuche von meiner Cousine Rabea aus Dresden, die spricht ja so komisch, da schmeiß’ ich mich weg. (lacht)
 
Pfarrer Keßler, und was ist Ihnen in besonders guter Erinnerung geblieben?

Keßler:
Das ist eine schwere Frage. Die kann ich gar nicht so leicht beantworten. Ich werde vor allem Rüdis Art vermissen. Er hat viel von Petrus: Eine große Klappe, oder besser: einen großen Schnabel, aber wenn es ernst wird, dann kann es schon sein, dass er verduftet, dann aber zur Besinnung kommt und aus dem Glauben an Jesus und Gott seine Kraft zieht.
 
Erinnern Ihr Euch auch an Situationen, die vielleicht etwas peinlich waren?

Rüdi:
Peinlich? Was meinst du mit peinlich? Peinlich war hier nix!
Keßler:
Da hat Rüdi Recht. Peinlich war wirklich nichts. Richtig lustig war es. Rüdi, kannst du dich erinnern als du mit deinen Beinen am Kirchturm hängen geblieben bist, du dann mit dem Flügel an einem Ast der großen Eichen geknallt bist und schließlich mit dem Schnabel auf der Wiese gelandet bist und du dann mit dicken Verbänden im Gottesdienst aufgetaucht bist?
Rüdi:
War das peinlich!
 
Wenn Du, Rüdi, und Sie, Pfarrer Keßler, in einem Satz Bilanz ziehen solltet, welcher Satz wäre das?

Rüdi:
Ich werde die Kinder vermissen.
Keßler:
Kirche macht Spaß und man nimmt viel mit nach Hause.
 
Was erwartet denn die Besucher im Abschiedsgottesdienst am kommenden Sonntag?

Rüdi:
Also, ich habe eine riesengroße Überraschung vorbereitet.
Keßler:
Zuerst einmal freue ich mich, dass ich Mathilda taufen darf. Sie ist die Tochter einer langjährigen Mitarbeiterin, die schon seit ihrer Konfirmation im Familiengottesdienst-Team mitarbeitet. Dann haben wir ja die Kinder eingeladen, die vor drei Jahren in Lang-Göns getauft wurden. Mit denen feiern wir Tauferinnerung. Ja, und dann heißt es Abschied nehmen. Mehr wird nicht verraten.
 
Besteht vielleicht die Hoffnung, dass Rüdi irgendwann noch mal zu Besuch im Familiengottesdienst vorbeischaut? Die Kinder würden sich sicherlich sehr freuen.

Rüdi:
Meinste echt? Also auf der einen Seite bin ich froh, dass jetzt ein neues Leben anfängt. Aber auf der andren Seite vermisse ich die Kinder und den Turm jetzt schon. Vielleicht komme ich ja mal wieder, wer weiß?
Keßler:
Also mich würde das riesig freuen. Aber wie gesagt: Rüdi lebt jetzt sein eigenes Leben. Die Entscheidung müssen wir ganz ihm überlassen.
 
Rüdi, jetzt zum Schluss mal ganz ehrlich und „Butter bei die Fische“: Ich glaube, besonders deine jungen Fans wüssten gerne, wer buchstäblich "in Dir steckt"? Verrätst du es uns?

Rüdi:
(empört) Natürlich nicht! Wo denkst Du hin! Aber ich überlege es mir vielleicht bis zum Familiengottesdienst und dann kannst du mich ja nochmal fragen!
 
Rüdi, Pfarrer Keßler, vielen Dank für dieses Gespräch!


Fotoausstellung „Faszination Schöpfung“ (16.10.2015)

"Schöpfung wird manchmal zum Gottesbeweis", sagte Pfarrer Achim Keßler über die beeindruckenden Fotos der Lang-Gönserin Gerdi Schlagner. Die Ausstellung der Hobbyfotografin mit dem Titel "Faszination Schöpfung" in der evangelischen Jakobuskirche im Kernort Lang-Göns wurde am Sonntag nach dem Gottesdienst eröffnet. Achim Keßler stellte die Exponate, von denen die meisten mit einem Makroobjektiv fotografiert wurden, und deren Fotografin im Gottesdienst vor. "Du gehst mit wachen Augen durch die Welt, beobachtest die Natur genau, siehst aufs Detail", beschrieb der Pfarrer die Arbeitsweise von Gerdi Schlagner. Betrachter der Bilder "sollen entdecken, staunen und sagen: So hab‘ ich das noch nie gesehen!"
Entstanden sind einprägsame Fotos, die Altbekanntes neu sehen lassen, ungewöhnliche Perspektiven zeigen und überraschende Einblicke gewähren. Die Fotografin nimmt sich Zeit für Vorgänge in der Natur, hat zum Beispiel das Entfalten einer Mohnblüte eindrucksvoll festgehalten: Es sieht fast so aus, als würde die Pflanze ihre knallroten Blütenblätter gebären. Immer weiter öffnet sich die Knospe und gibt schließlich die zarten Blüten frei.
Oft fallen ihr dann auch zu einzelnen Bildern Texte ein – vielfach in Anlehnung an biblische Worte. "Ich möchte das, was ich entdecke, erlebe, lerne, in Worte fassen, so kann es länger in mir nachwirken", erklärte die Künstlerin. Hier ein Beispiel: "Mohnblume, nun stehst du da, zart und fein, schön anzusehen. Hummeln besuchen dich, sammeln ihren Nektar. Mich erfreust du, weil die Kraft deiner Zartheit mich begeistert.“
Besonders fasziniert zeigte sich Pfarrer Keßler von einem Foto, das frei schwebende Löwenzahnsamen festgehalten hat: Für ihn war dieses Bild unter anderem ein Sinnbild für die "Kraft Gottes, die uns trägt." Er sagte abschließend: "Lassen Sie sich ansprechen und inspirieren, kommen Sie zu einer echten Gotteserfahrung!"
Viele der Fotos gab es auch als Postkarte zu kaufen. 50 % des Erlöses kommt den Flüchtlingen, die in Lang-Göns, leben zu gute: „Denn jede und jeder ist Teil der faszinierenden Schöpfung Gottes“, begründete Gerdi Schlagner ihr Engagement. Auch die ausgestellten Fotos können gekauft werden. Bis zum ersten Advent, Sonntag, dem 29. November, wird die Fotoausstellung zu sehen sein – jeweils sonntags nach dem Gottesdienst bis ca. 12 Uhr.

Gerdi Schlagner, Pfarrer Achim Keßler und ein Besucher beim Betrachten der Fotos (v. r.). Foto: Rieger

Ev. Posaunenchor Lang-Göns - Jubiläumskonzert (13.10.2015)

Außergewöhnlich und eindrucksvoll war der Auftritt der Alphornbläser. Foto: Rieger
Auch die Jungbläser beeindruckten. Foto: Rieger
Der Posaunenchor beim Jubiläumskonzert. Foto: Rieger
Foto: Rieger

Das Bürgerhaus im Kernort Lang-Göns war am Sonntagnachmittag bis auf den letzten Platz besetzt, denn der Evangelische Posaunenchor Lang-Göns hatte zu seinem Jubiläumskonzert im 125. Jahr seines Bestehens eingeladen. Das Motto hieß passenderweise „Heilig’s Blech’le“. Das Publikum genoss eine abwechslungsreiche Mischung aus klassischem Posaunenrepertoire, aber auch Tango, Volkslied, Pop, Swing und Filmmelodien.
 
Mit dabei waren auch das Posaunenquintett „Tiefblech 13“ aus Gießen und ein Alphornquintett um Chormitglied Wolfgang Häuser. Posaunenchorleiter Frank Seitz freute sich über die zahlreichen Besucher und begrüßte insbesondere Landrätin Anita Schneider und Landesposaunenwart Albert Wanner. Seitz dirigierte nicht nur sondern moderierte auch das Konzert, wobei er etliche musikalische Anekdoten über Komponisten und Posaunenmusik zum Besten gab.
Den Auftakt des musikalischen Reigens bildete der "Marsch aus Suite Baroque“ von Traugott Fünfgeld.  Es folgte das Menuett aus der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel. „Tiefblech 13“ ist eine fünfköpfige Formation aus Gießen, die sich 2013 gründete und der auch Frank Seitz angehört. Sie spielten Ausschnitte aus einer Sonate von Antonio Vivaldi.
Natürlich durfte beim Posaunenchor auch die eigens von Musiker Dieter Wendel für das Jubiläum komponierte "Festintrade“ nicht fehlen. Die jüngsten Posaunenchormitglieder intonierten eine „Jungbläserintrade“. Damit bewiesen sie, dass sich der Chor auch im 125. Jahr seines Bestehens keine Nachwuchssorgen machen braucht. Eindrucksvoll war der Auftritt der Alphornbläser, die mit dem unverwechselbaren Klang ihrer Instrumente und Titeln wie "Bim Wägchrüz“ Impressionen aus der Schweiz musikalisch aufleben ließen. Kirchenlieder wie "Lobe den Herren" bildeten den Abschluss des ersten Konzertteils.
Nach der Pause zeigte der Posaunenchor sein modernes Gesicht: Melodien wie „Gabriellas Song“ aus dem Film „Wie im Himmel“, das jazzige „Oysters and Clams“, der Pop-Klassiker "Lollipop“, Swingtitel wie „Mr. Sandman“ aber auch ein Potpourri aus "Perlen der christlichen Seefahrt" sorgten für kurzweilige Unterhaltung. Mit einem der schönsten deutschen Volkslieder, nämlich "Der Mond ist aufgegangen" beschloss der Posaunenchor sein Jubiläumskonzert. Das Publikum spendete begeisterten Beifall und ließ die Musiker nicht ohne Zugaben von der Bühne.


Barock-Musik zum Erntedank (06.10.2015)

Feierliche Barockmusik erklang am Morgen des Erntedanksonntags im Gottesdienst in der evangelischen Jakobuskirche im Kernort Lang-Göns. "Gebt unserm Gott die Ehre!" lautete das Thema, das mit der Bach-Kantate "Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut" hörbar gemacht wurde. Der Kirchenchor und das Kammerorchester der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Lang-Göns musizierten unter der Gesamtleitung von Hans-Joachim Reh Auszüge aus dieser Kantate. Diesen brillant-meisterlichen Hörgenuss zum Ende des Sommers und Auftakt des Herbstes ließen sich zahlreiche Lang-Gönser nicht entgehen, so dass Sänger und Musiker vor großem Publikum agierten. Mit der Ouvertüre aus der 1. Orchester-Suite eröffnete das Kammerorchester den Erntedank-Gottesdienst mit Abendmahl. Gemeinsam mit dem Kirchenchor folgten Auszüge aus der Kantate 117. Die Sopranistin Elfriede Völkner begeisterte die Kirchenbesucher mit einer der schönsten Arien aus Bachs Kantatenwerk: "Ich will dich all mein Leben lang." Mit verschiedenen Sätzen aus der 1. Orchester-Suite von Bach waren weitere musikalische Edelsteine des Barock zu hören."Die Erntedankgaben symbolisieren unseren Reichtum", sagte Pfarrer Achim Keßler. Sein Kollege Hartmut Völkner predigte über den "Betrug des Reichtums", von dem "die Seele oberflächlich und unruhig" werde. "Seele und Gott gehören zusammen, das bringt Ruhe ins Leben", betonte er.Die Zuschauer belohnten am Ende des Gottesdienstes die Ausführenden  mit reichem und langanhaltendem Applaus.

Kirchenchor und Kammerorchester musizierten zum Erntedank in der Lang-Gönser Jakobuskirche

Pfadfindergruppen auf dem Kinderfest am Weltkindertag und Spende Jurte (23.09.2015)

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Ihre Feuertaufe erhielt die funkelnagelneue „Theaterjurte“ der Heliand-Pfadfindergruppen des Evangelischen Jugendwerks Gießen auf dem Kinderfest des Fördervereins Landesgartenschau Gießen in der Wieseckaue am Weltkindertag. „Die Anschaffung des Versammlungszelts für 40 Personen wurde erst durch einen großzügigen Zuschuss der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Lang-Göns in Höhe von 850 Euro möglich“, betonten Dr. Thomas Rinke und Marko Fuhr, die Vereinsvorsitzenden des Jugendwerks, und dankten den Spendern. Das Versammlungszelt, das bei Zelt- und Sommerlagern aufgebaut werden soll, hat insgesamt 2.400 Euro gekostet. Bereits seit 2006 ist die Heliand-Pfadfinderschaft unter dem Dach der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Lang-Göns mit einer Gruppe aktiv. Gruppenleiter sind Jannic Leidolf und David Hennig, die Gruppenstunde für Jungen von neun bis elf Jahren ist immer donnerstags von 16.30 Uhr bis 18 Uhr im Jugendkeller der Kirchengemeinde in der Neugasse.
Auf dem Kinderfest freuten sich die Pfadfinder über viele interessierte junge Besucher, die unter Anleitung Halstuchknoten basteln konnten und sich über die Regeln und Ideen der Pfadfinderschaft informierten. Ein fünf Meter hoher Turm, den die Pfadfinder aus alten Fahnenmasten der Stadt Gießen  - ganz ohne Nägel – zusammengebaut hatten, war reizvoller Anziehungspunkt und wurde von den Kindern gerne erklommen.

Panorama. Foto: Rieger
Knotentechnik will gelernt sein. Foto: Rieger
Die nagelneue „Theaterjurte“ wurde beim Kinderfest in der Wieseckaue eingeweiht. Foto: Rieger
Ganz ohne Nägel erbaut wurde dieser kleine Aussichtsturm gerne erklommen. Foto: Rieger

Joseph – ein echt cooler Träumer (23.07.2015)

Sie sangen sich ins Herz der Zuhörer: die „Regenbogen-Kids“ führten das Musical "Joseph – ein echt cooler Träumer" auf.
Fotos: Rieger

 „Ja, ist denn schon wieder Weihnachten?" Diese Frage konnte angesichts der fast bis auf den letzten Platz gefüllten Jakobuskirche am vergangenen Sonntag durchaus aufkommen. Da der Kalender jedoch erst Juli zeigte, war nicht die Geburt Jesu, sondern eine Musicalaufführung der "Regenbogen Kids“, des Kinderchors der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Lang-Göns, ursächlich für den großen Besucherandrang:"Joseph – ein echt cooler Träumer" hieß das Stück, das mehr als 20 Mädchen und Jungen unter der musikalischen Leitung von Angela Deistler-Hermann aufführten. Die spannende Bibelgeschichte, die von Helmut Jost und Ruthild Wilson mit modernen Texten und zeitgemäßer Musik kindgerecht und abwechslungsreich aufbereitet wurde, erzählte die Geschichte Josephs in Ägypten, wie aus einem verwöhnten Jungen nach schweren Umwegen über die Sklaverei und das Gefängnis ein berühmter Mann wird. Es ging um Träume, Leidenschaft, Verrat, Lüge und Vergebung, es wurde kräftig gerockt, gerappt und melodiös gesungen. Josef rettet die ganze Familie vor der Hungersnot und lernt seinen Brüdern zu verzeihen. Die Zuschauer wurden mit hineingenommen in die biblische Welt der Pharaonen und Karawanen. Es war ein mitreißendes und buntes Spektakel, das packte und berührte. Die Zuschauer spendeten großen Applaus. Pfarrer Hartmut Völkner, der als Erzähler fungierte, lobte zum Schluss: "Ihr habt uns ins Herz hinein gesungen!


Steinmetzkurs (20.07.2015)

"Ich bin überrascht, dass ich es überhaupt hinbekommen habe", bekannte Manuela Frey erfreut. Die Lang-Gönserin nahm zum ersten Mal am Steinmetzkurs der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Lang-Göns teil. Er wurde bereits im dritten Jahr in Folge unter der Leitung des Freien Bildhauers Holger Schinz-Sauerwein aus Lampertheim und des Lang-Gönser Pfarrers Hartmut Völkner angeboten. Thema war diesmal "Das Matthäus-Evangelium in Stein". Götz Schad hatte den insgesamt 15 Teilnehmern einmal mehr sein weitläufiges Anwesen zur Verfügung gestellt.
 
"Ich bin handwerklich interessiert und wollte einmal etwas mit Stein machen. Dass ich einen Engel machen wollte, war mir schon vorher klar. Es war gut, aber auch ganz schön anstrengend", resümierte Manuela Frey ihre Teilnahme. Gut gefallen hat ihr auch die Gemeinschaft in der Gruppe, "ich habe gleich dazugehört und nun bin ich ganz stolz und freue mich, wenn der Engel im Garten stehen wird!“
Das Thema „Ehe“ in Stein zu verewigen hatten sich Rebecca und Götz Schad vorgenommen: "Am Anfang habe ich sehr mit dem Stein gekämpft. Es war körperlich anstrengender als ich dachte. Aber mit Geduld und Gelassenheit habe ich mein Ziel erreicht. Auch ist es schön, als Paar gemeinsam etwas geschaffen zu haben", sagte Rebecca Schad. Ihr Mann ergänzte: "Trotz Schwielen an den Händen ist es immer wieder faszinierend, was man aus Stein machen kann, mich beeindruckt besonders die Geschmeidigkeit des Materials." Die beiden haben ein Ehepaar geschaffen, das sich aus zwei Skulpturen harmonisch zusammensetzt und gegenseitig ergänzt.
 
Auch die weiteren Teilnehmer schufen eine beeindruckende Vielfalt sehenswerter Objekte, die zum Schluss im Sonntagsgottesdienst vorgestellt wurden. Die Frauen und Männer aus Langgöns und Umgebung, darunter auch Pfarrer Völkner, hatten sich vor dem Kurs mit dem Matthäus-Evangelium beschäftigt und sich daraus eine Figur, eine Geschichte oder ein Zitat ausgesucht, das es nun in Sandstein umzusetzen galt. Keine einfache Aufgabe, aber der erfahrene Bildhauer half  Anfängern und Fortgeschrittenen gleichermaßen. Dabei waren Geduld und Stehvermögen wichtige Voraussetzungen. So entstanden aus rohen gelben Sandsteinquadern der Größe  40x20x20 cm, die auf Arbeitsböcken platziert waren und so von allen Seiten behauen werden konnten, ganz verschiedenartige, höchst ansehnliche kleine Kunstwerke: Darunter ein Frauenkopf, der Maria darstellte, eine Steinsäule aus dem Tempel, die Taufe Jesu, Christus als Prediger sowie segnend und sturmstillend, Themen aus der Bergpredigt, ein diffizil nach innen drehendes Labyrinth und immer wieder Engel, "denn die sind ein zentrales Thema bei Matthäus", erläuterte Pfarrer Völkner.
 
Gearbeitet wurde auch diesmal wieder mit "mittelalterlichem" Handwerkszeug, vor allem bestehend aus schmiedeeisernen Meißeln und Holzknüpfeln. Holger Schinz-Sauerwein ist es dabei auch wichtig, dass seine Bildhauer-Eleven zu ihrem Werkstück "einen geistlichen Bezug bekommen", deshalb gibt es zum Abschluss seiner Kurse meist Gottesdienste.
Am Ende waren sich alle einig, dass auch im kommenden Jahr wieder ein Steinmetzkurs angeboten wird, Thema wird dann das Markus-Evangelium sein.

Manuela Frey mit ihrem Engel. Foto: Rieger
Konzentriertes Arbeiten war beim Steinmetzkurs angesagt. Foto: Rieger
Rebecca und Götz Schad mit ihrer Ehe-Skulptur. Foto: Rieger
Stolz präsentieren die Teilnehmer einige ihrer Werkstücke. Foto: Rieger

Familiengottesdienst mit Rabe Rüdi (30.06.2015)

Für große Heiterkeit sorgte der Kirchenrabe Rüdi im Familiengottesdienst der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Lang-Göns am vergangenen Sonntag. Zahlreiche Kinder verfolgten mit gespannter Aufmerksamkeit sein fröhlich-freches Treiben. Dieses Mal hatte er seine Cousine Rabea aus Dresden zu Gast, die ihre geographische Herkunft nicht verleugnen konnte und mit ihrem herrlichen Gesächsel die vielen kleinen und großen Besucher in der vollbesetzten Kirche sehr amüsierte. Rabea ging es allerdings gar nicht gut, war sie doch auf einer Bananenschale ausgerutscht und hatte sich dabei ein Bein und die Flügel gebrochen. Nun sollte sie in der Gießener Tierklinik von einem Spezialisten operiert werden und davor hatte sie große Angst. Auch fürchtete sie, in der Klinik "keine Nutella und keinen Nuckel" zu bekommen. Rüdi hatte sich vor dem langen Flug nach Dresden ebenfalls sehr gefürchtet. Es ging also um das Thema Angst. Pfarrer Hartmut Völkner erzählte dazu die Bibelgeschichte von Moses, der sein Volk aus der Gefangenschaft führte. In der Wüste vertraute er auf Gottes Geleit und alles wurde gut. Auch die Kinder wurden in die Geschichte mit eingebunden und duften Gegenstände suchen. Rüdi erinnert sich an seinen Taufspruch: "Lass dich durch nichts erschrecken und verliere nie den Mut, denn ich, der Herr, dein Gott bin bei dir, wohin du auch gehst." Pfarrer Völkner segnete auch Rabea, die anschließend mit mehr Zuversicht nach vorne blickte.Musikalisch wurde der Gottesdienst von Carolin Körber, Stefanie Dörr, Hans-Joachim Reh, Andreas Christ und Dieter Brückel umrahmt.Nur noch ein einziges Mal wird der Rabe Rüdi seine Späße treiben, denn nach 17 Jahren macht Rüdi nach den Sommerferien sein „Rabitur“ und verlässt die Gemeinde, um ins Ausland zu gehen. Am 1. November wird er letztmalig im Gottesdienst zu sehen sein.

Ein munteres Trio: Rüdi (l.) und Rabea mit Pfarrer Hartmut Völkner im Gespräch. Foto: Rieger

Ev. Posaunenchor Lang-Göns - Bezirksposaunentag (24.06.2015)

Mitwirkende des Jugendauswahlchors "Junior Brass" unter der Leitung von Landesposaunenwart Albert Wanner (hinten, l.). Foto: Rieger
Ein beeindruckendes Bild boten die 175 Musiker im Bürgerhaus. Foto:Rieger
Ein beeindruckendes Bild boten die 175 Musiker im Bürgerhaus. Foto:Rieger
Auch die jüngsten Bläser spielten beim Festgottesdienst mit. Foto: Rieger
Ehrungen (v. l.): Petra Laudt, Frank Seitz, Klaus Meidt, Heidi Fischer und Dirk Weber. Foto: Rieger

So viele Musikschaffende hatte das Bürgerhaus in der Kerngemeinde Lang-Göns seit 50 Jahren nicht mehr gesehen: Beim Bezirksposaunentag, zu dem der Evangelische Posaunenchor Lang-Göns 1890 anlässlich seines 125-jährigen Jubiläums am vergangenen Wochenende eingeladen hatte, spielten am Sonntagnachmittag 175 Bläser und zeigten eindrucksvoll ihr Können.

"Nur beim Bezirksposaunentag 1965 waren es mit 300 Bläsern noch mehr", informierte Frank Seitz, der Leiter des Jubiläumschors. Die zweitägige Veranstaltung startete am Samstagabend mit einem Eröffnungskonzert, das der Jugendauswahlchor der EKHN "Junior Brass" unter der Leitung von Landesposaunenwart Albert Wanner musikalisch gestaltete. Die rund 30 Jugendlichen im Alter von 13 bis 22 Jahren aus rund einem Dutzend Chören aus dem Bezirk Oberhessen spielten mit großem Engagement, überaus souverän und richtig professionell. Sie überraschten mit sattem Big-Band-Sound und erfreuten das hingerissene Publikum mit bekannten Filmmusiken wie zum Beispiel „Conquest of Paradise“ von Vangelis und Pop-Evergreens wie „Heal the World“ von Michael Jackson. Beim Dirigieren wechselten sich einige der jungen Musiker ab. "Haben Sie Vergleichbares in letzter Zeit gehört? Ich nicht!" würdigte Frank Seitz die absolut herausragende Leistung der aufstrebenden Nachwuchsbläser.

Am Sonntagvormittag gab es Workshops mit dem bekannten US-Posaunisten und Komponisten Prof. Richard Roblee sowie mit dem Musikpädagogen, Kirchenmusiker und Popkantor Matthias Nagel. Die jüngsten unter den Jungbläsern wurden von Dirk Weber, dem Vorsitzenden des Posaunenwerks der EKHN Oberhessen, geschult.

Am Nachmittag präsentierten die 175 Bläser das frisch Gelernte sowie bereits Bewährtes beim Festgottesdienst im Bürgerhaus den zahlreichen begeisterten Besuchern, darunter einen "Tango zur Ermutigung" sowie das traditionelle Kirchenlied "Eine feste Burg ist unser Gott" im für Prof. Roblee so typischen Swingstil.  Der Komponist hatte extra für das Jubiläum den Titel "I finally got it right“ geschrieben und dirigierte ihn höchstpersönlich. Es gab für alles Riesenapplaus. Propst Matthias Schmidt betonte in seiner Festpredigt: "Das Evangelium hinauszutragen in die Welt ist die Botschaft der evangelischen Posaunenchöre, nicht nur in den Anfängen, sondern auch heute. Sie gehören selbstverständlich in die evangelischen Kirchen und sind generationsübergreifend, wo gibt es so etwas sonst?" Pfarrer Hartmut Völkner, der den Gottesdienst gestaltete und zudem im Chor mitwirkte, dankte allen, die am Gelingen dieser Großveranstaltung beteiligt waren. Insbesondere freute er sich, mit Richard Roblee und Matthias Nagel „die Gesichter und Komponisten zu den Liedern, die wir schon seit Jahren gerne spielen, kennen zu lernen!"

Es gab auch Ehrungen: Dirk Weber überreichte Klaus Meidt für sein zehnjähriges Engagement im Posaunenchor die silberne Ehrennadel. Petra Laudt und Heidi Fischer erhielten diese für ihre elfjährige Zugehörigkeit. Frank Seitz wurde für seine 41- jährige aktive Mitgliedschaft im Posaunenchor geehrt sowie für seine bereits 14 Jahre dauernde Tätigkeit als Posaunenchorleiter. Er nahm auch die Urkunde für den Verein zum 125-jährigen Bestehen entgegen. Der Langgönser Bürgermeister Horst Röhrig gratulierte im Namen der weltlichen Gemeinde, dankte für die gute Zusammenarbeit und überreichte ein Geldgeschenk: "So viele Musiker im Bürgerhaus habe ich noch nicht erlebt", zeigte er sich beeindruckt. Alfred Joswig, ehemaliger Leiter des Gießener Bläserkreises, überreichte Frank Seitz ein israelisches Schofar, ein aus einem Widderhorn gefertiges Blasinstrument.

Im Anschluss warteten 57 Kuchen darauf, von den Besuchern beim gemeinsamen Kaffeetrinken verzehrt zu werden. Um Spenden für den evangelischen Posaunenchor wurde gebeten.


iThemba war zu Gast (20.06.2015)

„Germany is so beautiful and amazing“, schwärmte Hannes aus Südafrika von seinem Besuch in Lang-Göns. Er ist Mitglied von “iThemba“, das ist eine Gruppe junger Christen aus Südafrika, die ein ganzes Wochenende lang geballte südafrikanische Lebensfreude und Energie in die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde nach Lang-Göns brachten. Die sechs jungen Leute, außer Hannes waren dies noch Edwin, Kookie, Tiffany, Gwin und Sofia – sie kam aus Paderborn und übersetzte -  touren insgesamt acht Monate  durch Deutschland.
 
 In Lang-Göns gestalteten sie zwei Tage lang ein tolles Programm mit Tanz, Theater und viel Musik. Die jungen Afrikaner beeindruckten durch ihre Fröhlichkeit und ihren authentischen, tiefen Glauben an Gott. „Sie machen Versöhnungsarbeit. Es sind Christen verschiedener ethnischer Herkunft, die Gruppe in sich ist schon nicht homogen. Sie kommen aus einem Land, in dem es immer noch Rassenkonflikte gibt. Sie leben ein Stück von der Hoffnung, die die Welt retten könnte“, betonte Pfarrer Hartmut Völkner.
 
Am Samstagmorgen waren die Südafrikaner bei den „Wunderkindern“, einem Angebot für Kinder der 1. bis 6. Klasse, zu Gast. Einige der jungen Südafrikaner erzählten anschaulich aus ihrem Leben, mit ihren Liedern und Trommeln beeindruckte die Gruppe die Mädchen und Jungen. Am Abend gestalteten die afrikanischen Gäste einen überaus lebendigen Jugendabend für die Konfirmanden aus Lang-Göns und Watzenborn-Steinberg, an dem auch der Pfarrer Völkner und Jugendpfarrer Alexander Klein vom Dekanat Gießen teilnahmen. Auch einige der eriträischen Flüchlinge aus der Lang-Gönser Gemeinschaftsunterkunft waren dabei und freuten sich über den Besuch aus der erweiterten Heimat. Am Sonntag bereicherten „iThemba“ den Gottesdienst und am Nachmittag gab es noch einen Workshop für Jugendliche mit Spielen, Tanz und Trommeln. Die Jugendreferentin der Kirchengemeinde, Alexandra Sczigiol, hatte die Veranstaltungen organisiert.
Die Organisation „Jugend für Christus“ lädt jedes Jahr Teams aus Südafrika ein, die nach Deutschland kommen und hier tourneeartig durch die Ortschaften und Städte ziehen. Der Name „iThemba“ kommt aus der Zulu-Sprache und bedeutet "Hoffnung".

Gruppenbild mit Konfirmanden, Pfarrern und „iThemba“ (in roten T-Shirts). Foto: Rieger
Nicht nur beim Tanzen drückten die Gäste aus Südafrika viel Lebensfreude aus. Foto:Rieger

Familiengottesdienst mit Rabe Rüdi (13.04.2015)

Ein echter Postbote überbrachte das Geschenk an Rüdi.
Aus den Scherben entstand ein Kreuz.
Am Ende ging es Rüdi wieder gut.

Ein wenig Abschiedsstimmung war schon jetzt zu spüren, denn der beliebte Kirchenrabe Rüdi wird nach dem Sommer bald nicht mehr in den Familiengottesdiensten der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Langgöns mitwirken. Pfarrer Achim Keßler freute sich im Gottesdienst am “Weißen Sonntag" darum umso mehr über zahlreiche junge Besucher, die gespannt die neueste Geschichte um den frechen, aber sympathischen Raben verfolgten. "Scherben bringen Glück" lautete das Motto. Rüdi hatte Geburtstag und war schon gespannt auf das Geschenk, das Pfarrer Keßler und Rüdis Cousine Rabea für ihn bestellt hatten. Doch als der Postbote es brachte, fiel das Paket zu Boden und das Geschenk, ein Spiegel, zerbrach in viele Scherben. Klar, das Rüdi fast untröstlich war!
Das Kinderkirchenteam und der Pfarrer machten jedoch anhand der Geschichte vom Tod Jesu am Kreuz und seiner Auferstehung deutlich, dass manche Sachen, die hoffnungslos scheinen, doch noch gut werden. Gemeinsam mit den Kindern bastelten Mitglieder des Teams aus den Spiegelscherben ein Kreuz. Das war dann nicht nur ein schönes Erinnerungsstück an seine Kirchengemeinde für Rüdi, sondern sollte ihn auch an Jesus erinnern. Der kleine Gottesdienstbesucher Fabian malte während des Gottesdienstes als Trost für das kaputte Geschenk sogar spontan ein Bild für Rüdi, das er ihm schenkte. Der nächste,  ist am 12. Juli. Nach 17 Jahren macht Rüdi nach den Sommerferien sein „Rabitur“ und verlässt die Gemeinde, um ins Ausland zu gehen. Er verriet schon jetzt, dass er sich bei "Raben ohne Grenzen" um "Flattermänner kümmern will, denen es nicht so gut geht."
Musikalisch umrahmte Hans-Joachim Reh am Klavier den Gottesdienst.


Ostermusik "Es ist vollbracht" (07.04.2015)

 Ein zeitgenössisches musikalisches Meisterwerk wurde am Ostersamstag in der Lang-Gönser Jakobuskirche uraufgeführt: "Es ist vollbracht!" lautet der  Titel dieser „Ostermusik“ aus der Feder des Lang-Gönser Kirchenmusikers Hans-Joachim Reh, die dieser nach Texten von Johannes Jourdan komponiert hat. Knapp zwei Stunden dauerte diese außergewöhnliche, opulente und durchweg grandiose Premiere eines modernen Oratoriums. Die tief beeindruckten Zuhörer in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche spendeten am Ende hochverdiente stehende Ovationen für den Kirchenchor, das Kammerorchester, verschiedene Solisten und Band, alle unter der Leitung von Hans-Joachim Reh, sowie für den Kinderchor „Regenbogen-Kids“ unter der Leitung von Angela Deistler-Hermann.
 
"Ich bin überwältigt und weiß überhaupt nicht, was ich sagen soll, so prima, so toll war diese Musik", sagte Pfarrer Achim Keßler am Ende der Aufführung. Er sprach dem Komponisten seinen tiefen Dank aus und verriet, wie lange Hans-Joachim Reh an diesem Werk gearbeitet hatte: "Rein rechnerisch hast du drei Monate ohne Schlaf durchgearbeitet, von der ersten bis zur letzten Note stammt alles von dir“, betonte der Pfarrer. Alleine 1500  Stunden fürs Noten schreiben und 500 Stunden fürs Komponieren hat der Kirchenmusiker gebraucht, die vielen Proben mit den Sängern und Musikern kamen noch dazu. „Weil Du die Musik liebst und weil du Jesus liebst", begründete Pfarrer Keßler die Motivation von Hans-Joachim Reh, der sich in der Kirchengemeinde seit Jahrzehnten musikalisch stark engagiert, aktuell als Leiter des Kirchenchors, des Kammerorchesters und als Organist.
 
"Es ist vollbracht!" packt Texte von Johannes Jourdan, einem evangelischen Theologen und Schriftsteller, der 1923 in Kassel geboren wurde, in ein modernes musikalisches Kleid. Das Werk gliedert sich in neun Kapitel, welche die Leidensgeschichte von Jesus thematisieren. Die musikalischen Passagen werden durch gesprochene Texte ergänzt. Reh versteht es ausgezeichnet, Handlungen und Gefühle in Musik zu fassen. Dabei verwendet er verschiedene musikalische Elemente, die Musik ist mal in Dur, mal in Moll, mal Pop, mal melodiös im Walzertakt, mal atonal, immer wieder choral, mal dramatisch wie im Film, mal klassisch und symphonisch, dann wieder swingend wie im Musical und auch mal jazzig. Zusammengefasst einfach nur fantastisch, die“ beste Nachricht der Welt“ in Töne zu fassen.
Besonders hervorzuheben waren die Gesangssolisten, wobei Janina Hill (Sopran) und Andreas Czerney (Bass) den Löwenanteil souverän und stimmlich auf allerhöchstem Niveau bestritten. Auch Elfriede Völkner (Sopran) und Joachim Christ (Tenor) begeisterten das Publikum.
Der evangelische Kirchenchor agierte ebenso wie das Kammerorchester, das durch eine Band – u. a.  mit Schlagzeug, E-Gitarre und E-Bass - ergänzt wurde, stets wohltönend und stimmungsvoll. Für kindlich-frischen, unbeschwerten Schwung sorgten die "Regenbogen-Kids“, die großen Szenenapplaus erhielten.
Mit Liedern wie beispielsweise "Es ist vollbracht – Jesus lebt!" (Chor),  "Heute ist Ostern, die Sonne geht auf!" (Kinderchor) und „Gott ist Liebe“ (Chor) wurde die Passionsgeschichte musikalisch lebendig. Ein fulminant-hoffnungsfrohes chorales "Halleluja" bildete den stimmgewaltigen und imposanten Schlusspunkt dieser Premiere, die als musikalische Sternstunde in die Annalen der Kirchengemeinde eingehen wird. Sie darf sich glücklich schätzen, mit Hans-Joachim Reh solch einen begnadeten Musikschaffenden in ihren Reihen zu haben.
Der Eintritt war frei, um Spenden zur Unterstützung der Kirchenmusik wurde gebeten.

Ein buntes Bild boten die Akteure der von Hans-Joachim Reh komponierten Ostermusik „Es ist vollbracht!“ in der Jakobuskirche.
Blumen für den Komponisten Hans-Joachim Reh nach der Premiere.
Die Jakobuskirche war voll besetzt.

Dekanats-Jungbläsertag (26.03.2015)

Groß und Klein vereint beim Dekanatsjungbläsertag, den der evangelische Posaunenchor Lang-Göns ausrichtete.

Im Jubiläumsjahr zu seinem 125-jährigen Bestehen lud der Evangelische Posaunenchor Lang-Göns am vergangenen Samstag zum Dekanatsjungbläsertag in das Gemeindezentrum neben der Jakobuskirche ein: Insgesamt 33 Kinder, Jugendliche und erwachsene Bläseranfänger und Ausbilder folgten dieser Einladung und übten unter der Leitung von Frank Seitz den ganzen Nachmittag über fleißig die Stücke für die abendliche Andacht.Da gab es Anfänger, die erst einen bis fünf Töne spielen konnten sowie fortgeschrittene Anfänger und solche Bläser, die schon im großen Chor spielen. Zwischendurch entspannte man bei Kaffee und Kuchen und die Jubiläums-Bilderaustellung sowie der Bläserbrunnen, den Posaunenchormitglied und Schmiedemeister Klaus Meidt extra für das Jubiläum gebaut hat, waren zu besichtigen.Die Andacht zum Abschluss des Dekanatsjungbläsertags gestaltete Pfarrer und Probst i.R. Michael Karg, der unter den Zuhörern auch Albert Wanner, den Landesposaunenwart von Oberhessen/Nordnassau, begrüßte. Karg betonte, dass es besonders im Posaunenchor wunderbar funktioniere, dass unter zehnjährige Anfänger und die ältere Generation problemlos miteinander musizierten und miteinander umgingen. Auch habe das Musizieren oft die gleiche Verkündigungskraft  wie das gesprochene Wort. Die Bläser beeindruckten im Gottesdienst zu Beginn mit der "Jungbläserintrade", spielten anschließend Stücke wie "Nun danket alle Gott" und "Lobe den Herren, alle die ihn ehren“. Beeindruckendes Schlusswerk war das bekannte "Highland Cathedral", ein gewaltiges Stück aus dem schottischen Hochland mit Unterstützung von Michael Brandt am Schlagzeug, der auch die Jungbläserintrade begleitet hatte. Als Zugabe spielte der Ausbilderchor ein" Swing Preludio" von Traugott Fünfgeld.


Goldene Konfirmation 2015 in Lang-Göns (31.03.2015)

Goldkonfirmation Ev. Kirche Lang-Göns
 
Lang-Göns (ikr). Unter den feierlichen Klängen des Posaunenchors unter der Leitung von Frank Seitz zogen am vergangenen Sonntag, dem Palmsonntag, die Goldenen Konfirmanden mit Pfarrer Hartmut Völkner an der Spitze in die evangelische Jakobuskirche in Lang-Göns ein. In einem festlichen Gottesdienst mit Abendmahl und unter Mitwirkung des Kirchenchors unter der Leitung von Hans Joachim Reh, der auch die Orgel spielte, wurde das Konfirmationsjubiläum gefeiert. Die Goldkonfirmanden vom Jahrgang 1951/52 waren 1965 von Pfarrer Karl Alt eingesegnet worden. An dem feierlichen Gottesdienst nahmen als Goldkonfirmanden teil: Irmgard Bopf, geb. Bink; Wolfgang Buß, Burkhard Hanke, Günther Heeb, Doris Klaum, geb. Heßler; Doris Clasen, geb. Hofmann; Brigitte Jung, Sigurd Lechens, Hiltrud Metzger, geb. Seip; Helmut Möller, Sieglinde Kühn, geb. Müller; Hans-Joachim Reh, Renate Repp, geb. Dern; Isolde Reusch, Rosel Saller, geb. Müller; Dieter Schallwig, Manfred Scherer, Dr. Holger Seipp, Manfred Sommer, Hartmut Trettin, Sonja Hagenauer, geb. Spelkus; Rita Sprengel, geb. Leibrock; Wolfgang Thürmer und auch Pfarrer Hartmut Völkner zählte zu den Goldkonfirmanden.
Im Anschluss wurde der verstorbenen Jahrgangskameraden mit einem Blumengruß  auf dem Friedhof gedacht. Gefeiert wurde im Landgasthof „Zum Gambrinus“.

Die Goldkonfirmanden in Lang-Göns mit Pfarrer und Goldkonfirmand Hartmut Völkner (l.).

Fortbildung für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit (06.03.2015)

"Was können Ehrenamtliche für Flüchtlinge tun?" Diese Frage sowie umfangreiche Informationen zum Asyl- und Ausländerrecht standen im Mittelpunkt einer Präsentation von Johannes Stephens aus Bremen. Der Sozialpädagoge, Personal Coach und Berater mit eigener Firma referierte im evangelischen Gemeindezentrum neben der Jakobuskirche in Lang-Göns vor mehr als 25 Ehrenamtlichen, die sich für die Asylsuchenden in der Lang-Gönser Gemeinschaftsunterkunft engagieren. Dazu eingeladen hatte das Diakonische Werk (DW) Gießen in Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde Lang-Göns. William Henderson, Beauftragter des DW Gießen für alle Flüchtlingsangelegenheiten, moderierte das Treffen. Begleitet wurde er von Michael Franz, ehrenamtlicher Helfer beim DW, und der syrischen Studentin Ghalia Abojanb, die sich beim DW als Sprachmittlerin engagiert. Auch die beiden evangelischen Pfarrer Hartmut Völkner und Achim Keßler waren dabei.In seinem Vortrag ging Johannes Stephens zunächst auf die rechtlichen Aspekte des Asylrechts ein und erläuterte die politische Situation von Flüchtlingen in Deutschland: 2014 kamen die meisten Flüchtlinge noch aus Syrien, aktuell stammen zwei Drittel der Menschen aus dem Kosovo. "Dreiviertel der Asylanträge werden in Deutschland abgelehnt oder gehen in ein langjähriges Klageverfahren", berichtete der Sozialpädagoge und erläuterte detailliert das Asyl-Antragsverfahren. Das in dem Zusammenhang erforderliche "Interview" mit der zuständigen Behörde sah er äußerst kritisch und bezeichnete es als "ganz schwierige Sache", weil die Flüchtlinge dabei "kaum die Chance haben, ihre Fluchtgründe darzulegen". Die finanziellen Leistungen für Flüchtlinge lägen unter denen der Hartz IV-Sätze. "Flucht ist kein Verbrechen", machte Stephens deutlich und  erinnerte daran, dass in den neunziger Jahren auch schon bis zu 500.000 Flüchtlinge in Deutschland untergebracht worden sein.William Henderson berichtete, dass die aktuelle Zahl der Flüchtlinge in der Erstaufnahmestelle in Gießen bei 4000 liege. "Hessen hat die höchste Zahl der Aufnahme von Flüchtlingen in der Bundesrepublik", sagte er. Der Landkreis organisiere für die Flüchtlinge die Gemeinschaftsunterkünfte. "Gewünscht ist, dass sie in private Unterkünfte wechseln", betonte Henderson. Erfreut war er, dass eine der Besucherinnen an diesem Abend eine Wohnung anbot."Das Wichtigste ist es, die Leute aus ihrer isolierten Welt herauszuholen", erklärte Johannes Stephens. Er gab eine Auswahl an Ideen und Tipps für Ehrenamtliche in der Arbeit mit Flüchtlingen: Die einheimischen Bürger sollten Flüchtlinge und Asylsuchende in der Gesellschaft willkommen heißen, indem sie sie in ihrer Gemeinschaftsunterkunft besuchen, mit ihnen ein Fest feiern oder sie zu gemeinsamen Aktivitäten einladen. Gesprächs- und Begegnungsräume sollten geschaffen, Sprachbarrieren überwunden und die Asylsuchenden bei Behördengängen, Arztbesuchen oder Schulgesprächen begleitet werden. Die Ehrenamtlichen sollten auch die politische Gemeinde darin unterstützen, menschenwürdigen Wohnraum für Flüchtlinge zu finden. Besondere Benefizaktionen könnten für finanzielle Unterstützung sorgen. Wenn eine Abschiebung drohe, sollten sich Ehrenamtliche für die Betroffenen einsetzen und für sie kämpfen, bis eine akzeptable Lösung gefunden worden sei.In der anschließenden Fragerunde ging es  um konkrete Projekte in Lang-Göns. Die Flüchtlinge hier kommen überwiegend aus Syrien und Eritrea. Es gab  Anfang Februar ein sehr gut besuchtes Willkommensfest, an dem auch erfolgreich Kontakte zu Vereinsvertretern geknüpft wurden. Die Ehrenamtlichen haben bereits an zwei Wochentagen ein "Wortcafé“ initiiert, in dem sich die Bewohner aus der Asyleinrichtung mit ehrenamtlichen Helfern treffen und ihr erlerntes Deutsch praktizieren und verbessern. "Mein Glückwunsch, ihr arbeitet genau wie wir es wünschen, nämlich selbstständig aber ohne euch auszuklinken", lobte Henderson die Gruppe. Eine weitere Idee aus der Runde war es, einen Knigge Deutsch- Eritrea zu erarbeiten. Hierfür würde Henderson einen Sprachmittler stellen. Die Frage, ob private Vormundschaften für minderjährige Flüchtlinge möglich sind, wurde mit Ja beantwortet.Die Gruppe hat auch bereits eine Betreuerliste mit Kontaktdaten erstellt. Ausdrücklich ist gewünscht, dass weitere Akteure sich engagieren. Die Ehrenamtlichen treffen sich regelmäßig. Ansprechpartner ist Gerd Lengler, Tel.: 06403/8117, E-Mail: gerd.lengler@gmx.de

Johannes Stephens
Diskutierten mit Ehrenamtlichen über Flüchtlingshilfe (v l.):William Henderson, Johannes Stephens, Michael Franz und Ghalia Abojanb.

Festgottesdienst zum Posaunenchor-Jubiläum (05.03.2015)

Der von Klaus Meidt gestaltete „Posaunenbrunnen“ wurde nicht nur von den Kindern bestaunt.
Der Evangelische Posaunenchor Lang-Göns im Jubiläumsgottesdienst.
Gruppenbild der Ehemaligen.

Mit einer musikalischen „Festintrade“ eröffnete der Evangelische Posaunenchor Lang-Göns am vergangenen Sonntagmorgen den Jubiläumsgottesdienst anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Ensembles. Das Stück, eigens von dem Musiker Dieter Wendel für den runden Geburtstag komponiert, wurde an diesem Tag uraufgeführt. Ehemalige Mitglieder des Posaunenchores verstärkten die Reihen der Musiker um Chorleiter Frank Seitz, der Kirchenraum war fast bis auf den letzten Platz gefüllt. 1890 war der evangelische Posaunenchor Lang-Göns von Karl Konrad Boller gegründet worden. Heute gehören ihm insgesamt rund 40 Bläser im Alter von neun bis 75 Jahren an. Damit kann der Chor auf die höchste Mitgliederzahl seit seiner Gründung verweisen. Mit Kostproben ihres abwechslungsreichen Repertoires beeindruckten die Musiker ihr Publikum, das überwiegend moderne Stücke, darunter auch flotten Swing, zu hören bekam. Auch bei den Kirchenliedern begleiteten die Blechbläser den Gesang mit herrlich tönendem Klang. In ihrer Predigt entwickelten Pfarrer Hartmut Völkner und Achim Keßler einen humorvollen und informativen Dialog zwischen einer Trompete und einer Posaune, die sich um ihre Wichtigkeit stritten und dies anhand von Bibelzitaten belegten. Die Pfarrer stellten u. a. fest, dass diese Instrumente „die Botschaft Gottes, dass Christ entstanden ist, verkündeten“. Auch dienten sie seit Bibelzeiten „als Signalhorn, das die Gemeinde zusammenruft“. Sie seien "Symbolinstrumente für Gottes Gegenwart" und würden "Gott zu Ehren" gespielt.Das Spielen der Blechblasinstrumente ist jedoch gar nicht so einfach, wie das Orchester zwischendurch eindrucksvoll und zum Amüsement seiner Zuhörer demonstrierte, indem es sich einmal ganz bewusst zwischen dem Erzeugen heißer Luft, schrillen Dissonanzen und  harmonischem Wohlklang bewegte.Am Ende gab es wohlverdienten und langanhaltenden Riesenapplaus für die Akteure, die nicht ohne Zugabe gehen durften. Pfarrer Keßler dankte abschließend allen, die den Gottesdienst mitgestaltet hatten. Mit den Ehemaligen wurde ein Erinnerungsfoto gemacht.Im Anschluss waren die Besucher zu einem erweiterten Kirchenkaffee mit Fingerfood eingeladen. Eine Ausstellung mit historischen und neueren Fotos sowie Zeitungsartikeln stieß auf großes Publikumsinteresse. Besonders bestaunt wurde der "Bläserbrunnen", den Posaunenchormitglied und Schmiedemeister Klaus Meidt extra für das Jubiläum gebaut hatte. Die Kollekte des Gottesdienstes kam dem Posaunenchor zugute.


Ehepaartag (05.03.2015)

„Ehe: was sie prägt und wie sie gelingen kann.“ Unter diesem Motto stand der diesjährige Ehepaartag, zu dem der Lang-Gönser Pfarrer Hartmut Völkner und seine Ehefrau Elfriede in das evangelische Gemeindezentrum neben der Jakobuskirche eingeladen hatten. Referenten waren Felicitas und Dr. Volker Lehnert. Beide leben in Neuss und haben drei Kinder. Gemeinsam hat das Ehepaar fünf Bücher rund um die Ehe geschrieben. 37 Paare lauschten intensiv den Ausführungen der Referenten.
"Wir sind zum ersten Mal dabei. Nach 36 Jahren Ehe gönnen wir uns diesen Tag und hoffen, dass er uns weiterhin zusammenhält und neue Impulse gibt", begründete ein Paar aus Rechtenbach seine Teilnahme. Bereits zum vierten Mal besuchte ein Paar aus Lang-Göns die Veranstaltung: " Man sollte nie aufgeben an seiner Ehe zu arbeiten", betonten die beiden, die seit 2003 verheiratet sind.
In sehr bildhafter Sprache zeigten die Referenten zuerst einen aktuellen Beziehungstrend auf: „Das neuere Beziehungsmodell gleicht dem der Sammler und Jäger. Beziehungen sind oft so, dass man es bei einem Partner so lange aushält, bis er oder sie ‚nichts mehr bringt‘. Danach geht man zum nächsten Partner und lebt das nächste Stück Beziehung“, erklärten Lehnerts. Treue gelte für die Zeit, die man bei einem Partner sei. Das andere Modell gleiche dem des Ackerbauern: „Er weiß, dass man direkt nach dem Säen nicht ernten kann. Ihm ist auch bewusst, dass eine Beziehung Durststrecken und den Winter überstehen muss und dass eine Beziehung nicht nur leichte Seiten hat.“ Wer sich dafür entscheide, an seiner Beziehung zu arbeiten, werde auch ernten. Allerdings müsse ein großes Umdenken geschehen. Es gehe letztlich nicht nur darum, ob man selbst in der Beziehung glücklich werde, sondern es sei ebenso wichtig, herauszufinden, was dem Partner gut tue, um in der Beziehung glücklich zu werden.
Praktische Übungen brachten die Paare in das Gespräch darüber, welche Faktoren in der Beziehung vorhanden sind, durch die sich beide wohl fühlen. Auch die Frage, wie stark sich die Herkunftsfamilie in der Paarbeziehung auswirkt, war Thema. Da heiratet zum Beispiel ein Einzelkind einen Partner aus einer großen Geschwisterschar, um endlich nicht mehr alleine zu sein, und der Partner aus der Großfamilie freut sich, endlich nicht mehr alles mit den Geschwistern teilen zu müssen. Gegenläufige Interessen könnten allerdings schnell zu Konflikten führen.
Das biblische Wort von Liebe (agape), so die Referenten, meint die Liebe, die nicht nur sich selbst in den Mittelpunkt stellt, sondern die Liebe, die dem Partner einen guten Raum zum Leben gibt. Mit einem gemeinsamen Abendmahlsgottesdienst, in dem auch Raum für ganz persönliche Anliegen war, wurde der Ehepaartag in Langgöns beschlossen. Am Vorabend war im Gemeindezentrum der Film "Fireproof - Gib deinen Partner nicht auf", gezeigt worden, zu dem Pfarrer Völkner die Besucher stilecht in einer echten Feuerwehruniform begrüßt hatte.

Felicitas und Dr. Volker Lehnert referierten beim Ehepaartag in Lang-Göns.

25-jähriges Dienstjubiläum von Pfarrer Achim Keßler (06.02.2015)

Karl-Heinz Rudolph (l.) gratulierte Pfarrer Achim Keßler im Namen des Kirchenvorstands und der Gemeinde zum 25-jährigen Dienstjubiläum.

"Ich bin total überrascht, damit habe ich nicht gerechnet", sagte Pfarrer Achim Keßler im Sonntagsgottesdienst, als Karl-Heinz Rudolph, der zweite Vorsitzende im Kirchenvorstand der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Lang-Göns, ihm zum 25-jährigen Dienstjubiläum gratulierte und ein Geschenk überreichte. Sichtlich überrascht nahm der Geistliche die Glückwünsche entgegen. "Wir sind sehr glücklich, dass du unser Pfarrer bist und schätzen deine Arbeit sehr", lobte Karl-Heinz Rudolph. Keßler und der Kirchenvorstand arbeiteten "produktiv, effektiv und sehr harmonisch miteinander." Der Pfarrer sei "sehr fleißig, kümmert sich um viel Verwaltung, die Kindertagesstätte ‚Arche‘, sucht Wege in die Öffentlichkeit und leitet den Kirchenvorstand“. Er sei auch präsent, wenn Menschen Begleitung und Seelsorge wünschten, "wir sind froh, mit dir und deinem Kollegen Hartmut Völkner, dem Kirchenvorstand und der Gemeinde so zu arbeiten, wie das gerade geschieht", betonte Rudolph und wünschte dem Jubilar und dessen Familie alles Gute. Pfarrer Hartmut Völkner schloss sich diesen Worten und Wünschen uneingeschränkt an: "Ich arbeite gerne mit dir. Wir sind verschieden und haben es miteinander eingeübt, dass wir diese Verschiedenheiten nicht gegeneinander ausspielen, sondern uns ergänzen."
 
Achim Keßler freute sich über diese positive Einschätzung seiner Person und seiner Arbeit. Der 53-jährige gebürtige Garbenteicher hatte seine Tätigkeit in Diensten der EKHN mit dem Lehrvikariat am 1. Februar 1990 in Biebertal-Krumbach und Frankenbach begonnen, sein Pfarrvikariat absolvierte er ab dem 1. Juni 1992 in Großen-Linden, wo er auch zum Pfarrer ernannt wurde. Seit dem 1. September 1997 wirkt er nun schon in Lang-Göns. "Bereits die Vikariatsstelle in Großen-Linden haben meine Familie und ich als ein Geschenk empfunden und in Lang-Göns fühlen meine Frau Andrea und ich uns privat und beruflich pudelwohl!", resümierte Achim Keßler zufrieden. 1993 und 1996 wurden die Söhne Lukas und Jannis geboren. "Aufgrund der Gehörlosigkeit von Lukas blieben wir in der Region, weil wir mit ihm wegen verschiedener Behandlungen häufig deutschlandweit unterwegs waren", erklärte der Pfarrer einen weiteren Grund seiner Ortsverbundenheit. Pfarrer Keßler beschäftigt sich zur Zeit nicht mit dem Gedanken, sich beruflich zu verändern. Damit steht er ebenso wie Hartmut Völkner, der seit über 30 Jahren in der Gemeinde wirkt, in einer jahrhundertelangen Tradition: In Lang-Göns bleiben die Pfarrer immer sehr lange im Amt, sie sind hier seit 1543 nahezu lückenlos gelistet. Eine Tatsache, die sich offensichtlich für die Menschen gut ausgewirkt hat: Die Kirchengemeinde Lang-Göns steht im Ruf, lebendig, gastfreundlich, offen und sehr aktiv zu sein. Sie kann sich über einen Mangel von Gottesdienstbesucher nicht beklagen und ist im Ort hoch akzeptiert. Rund 3.600  Mitglieder hatte die Kirchengemeinde 2014, darunter sind zahlreiche Zugemeindungen. “Hier macht Kirchenarbeit richtig Spaß”, sagen Pfarrer und Kirchenvorstände unisono.


Lese-Show mit Dietrich Faber (04.02.2012)

Ausschnitte aus seiner aktuellen Lese-Show präsentierte Dietrich Faber am Sonntagnachmittag in der Jakobuskirche. Er trat als Überraschungsgast zum Ende der Gemeindeversammlung der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde auf, in deren Rahmen sich die Kandidaten für die Kirchenvorstandswahlen Ende April vorgestellt hatten.
Der Gießener Kabarettist Dietrich Faber, international bekannt geworden als die eine Hälfte des preisgekrönten Duos „FaberhaftGuth“ und seit einigen Jahren erfolgreicher Autor der drei Krimikomödien um den Vogelsberger Kommissar Henning Bröhmann, ist in Lang-Göns aufgewachsen und in der Kirchengemeinde kein Unbekannter: "Schon als Konfirmand beobachtete er sehr scharf und imitierte das Gesehene, zum Beispiel auch mich“, verriet Pfarrer Hartmut Völkner bei der Begrüßung schmunzelnd. Er hatte den jungen Dietrich vor über 30 Jahren im Konfirmandenunterricht.
Der Kabarettist erinnerte seinerseits an seinen vermutlich ersten offiziellen Comedyauftritt auf einem Gemeindefest Mitte der achtziger Jahre, wo er Boris Becker parodierte und damals bereits die Lachmuskeln seiner Zuschauer arg strapazierte.
An diesen frühen Erfolg schloss er nun – etwas mehr als drei Jahrzehnte später – übergangslos an und stellte erneut unter Beweis, dass ihm das Komödiantische im Blut liegt und er es brillant versteht, sein Publikum exzellent und kurzweilig zu unterhalten: Dietrich Faber präsentierte eine knappe Stunde mit viel Charme und Witz einige seiner Geschichten rund um den sympathischen Kommissar Henning Bröhmann und dessen Familie. Dabei spannte sich der humorvolle, mit Situationskomik gespickte Erzählbogen von der "radikalpubertierenden“ Tochter über Hund Berlusconi, der seinen Namen deshalb trägt, "weil er jedem jungen Häschen nachjagt“, einem als Tod verkleideten Mordopfer, einem aus dem Ruder laufenden Tango-Tanzkurs mit der Ehefrau bis hin zu den anstrengenden Frondiensten in der Kindertagesstätte "Schlumpfloch", wo der „sechsjährige Sohn Laurin gerade sein Abschlussjahr wiederholen muss".
Auch als „Manni Kreutzer“, dem selbsternannten Country-Star aus seinen Krimis, begeisterte Faber und riss das Publikum mit dem Song "Lonesomer Wolf“ zu Begeisterungsstürmen hin.
Bei der dargebotenen Mixtur aus Komik und Ernst, stets mit Tiefgang und garniert mit köstlichen Pointen, konnten sich die Zuhörer durchaus auch selbst wieder erkennen. Sie dankten dem hoch talentierten Künstler aus ihrer Heimatgemeinde am Ende seiner furiosen und mitreißenden Vorstellung mit langanhaltendem Applaus.
 
Einem großen Publikum präsentiert sich Dietrich Faber mit Band alias „Manni Kreutzer & The Overhesse“ mit Country-Folk-Comedy-Hits in Conzert am 21. März um 20 Uhr im Bürgerhaus Butzbach.


3. Vorbereitungstreffen "Ehrenamtliche Arbeit in Gemeinschaftsunterkunft (19.01.2015)

"Eine besondere Willkommenskultur zu installieren ist unser Ziel", betonte Holger Claes, der Leiter des Diakonischen Werkes (DW) Gießen, beim dritten Vorbereitungstreffen zum Thema "Ehrenamt in der Asyleinrichtung Lang-Göns". 23 Frauen und Männer folgten der Einladung in den Gemeindesaal der evangelischen Kirchengemeinde neben der Jakobuskirche.
 
Holger Claes und sein Mitarbeiter William Henderson, Beauftragter des DW Gießen für alle Flüchtlingsangelegenheiten, freuten sich besonders, unter den Teilnehmern auch solche zu begrüßen, die zum ersten Mal dabei waren. Auch Vertreter der katholischen Kirche in Langgöns, das grüne Gemeindevorstandsmitglied Gerd Lengler sowie der Langgönser Arzt Reinhold Matuschka, der viele Flüchtlinge medizinisch betreut, waren dabei. Pfarrer Achim Keßler begrüßte seitens der evangelischen Kirchengemeinde die Besucher und betonte die Aktualität des Themas: "Was in Paris passiert ist, geht auch uns in Langgöns an, ich sage, ‚je suis Charlie‘!“

Nach dem vorangegangenen Treffen im November, bei dem es unter anderem eine Ideenbörse gab, geht die ehrenamtliche Hilfe für die Langgönser Flüchtlinge nun in die Praxisphase: Anfang Februar – der genaue Termin wird noch festgelegt – gibt es als Auftakt der Aktivitäten ein Begegnungsfest mit den Flüchtlingen und "für alle, die sich dem Helferkreis zugehörig fühlen", sagte Claes. Hierzu gründete sich eine Vorbereitungsgruppe.

Ein weiterer kleiner Kreis wurde gebildet, um ein Sprachcafé ins Leben zu rufen. Gerd Lengler will sich darum kümmern, dass beide Veranstaltungen in Räumen der Gemeinde stattfinden können, das Begegnungsfest vorzugsweise im Bürgerhaus und das Sprachcafé in der Langgönser Seniorenwerkstatt in der Wiesenstraße. Im Sprachcafé sollen die Flüchtlinge mehrmals in der Woche Gelegenheit haben, die deutsche Sprache praxisorientiert einzuüben. Material dazu stellt das Diakonische Werk zur Verfügung, "denn sprechen ist eine ganz wichtige Sache". Die meisten der Flüchtlinge haben bereits Sprachkurse besucht, die der Landkreis Gießen als freiwillige Leistung finanziert, viele sprechen recht gut Englisch. Gemeinsam mit den ehrenamtlichen Helfern können im Sprachcafé dann auch Alltagsdinge wie Einkaufen, Bus-/und Zugfahren, Arztbesuche und Themen wie Kindergarten und Schule besprochen werden.
 
Schon in der Vorstellungsrunde zu Beginn des Treffens wurde klar: Die Hilfsbereitschaft ist sehr groß, alle wollen zur Integration der Flüchtlinge beitragen. Holger Claes schilderte die aktuelle Situation im Landkreis: In der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen befinden sich derzeit 3.800 Menschen. In den 16 Gemeinschaftsunterkünften im Landkreis Gießen, eine davon ist die in Langgöns, leben derzeit über 700 Menschen, 1.100 Asylbewerber werden von sechs Sozialarbeitern betreut. Immer dienstags kommen neue Flüchtlinge dazu, "die Dimension steigt ständig", berichtete Holger Claes. In der aus zwei Häusern bestehenden Gemeinschaftsunterkunft in Lang-Göns wohnen über 30 Flüchtlinge, es sind meist junge alleinstehende Männer und Frauen sowie einige Familien. Sie kommen überwiegend aus Syrien und Eritrea. Die Flüchtlinge in Lang-Göns bleiben durchschnittlich drei bis neun Monate in der Unterkunft. Viele von ihnen haben Schlimmes erlebt und sind traumatisiert. Einmal wöchentlich ist Katharina Will, Sozialarbeiterin beim Landkreis Gießen und Betreuerin sowie Ansprechpartnerin für die Lang-Gönser Gemeinschaftsunterkunft, vor Ort und kümmert sich um die Flüchtlinge.
Reinhold Matuschka, der als Arzt aktuell auch ein Paar betreut, das vor wenigen Tagen ein Baby bekommen hat, verwies auf erhebliche bauliche Missstände in der Unterkunft, unter anderem feuchte Wände, auch gebe es keine Möglichkeit, Wäsche zu trocknen. Holger Claes wird das dem Landkreis, der die Häuser angemietet hat, melden.
William Henderson richtete einen "Appell an alle, Wohnungen für Asylbewerber und Flüchtlinge anzubieten, das wäre eine große Unterstützung", betonte er.
Gerd Lengler regte an, die vakante Stelle des Migrationsbeauftragten der Gemeinde Langgöns zeitnah wieder zu besetzen.
Pfarrer Keßler forderte die Teilnehmer des Treffens dazu auf, "Multiplikatoren nach außen zu sein, auch um gegen ‚Stammtischgeschwätz‘ zu wirken.“
Die Treffen der interessierten Ehrenamtlichen sollen in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, der nächste Termin findet am Dienstag, dem 10. Februar, um 18.30 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum neben der Jakobuskirche statt. Auch Abende zu speziellen Themen wie zum Beispiel Trauma oder Rechtsfragen sind geplant. Interessierte Menschen, die bei den bisherigen Vorbereitungstreffen nicht dabei waren, sind ebenfalls herzlich willkommen.

Holger Claes (vorne, 2. v. l.), William Henderson (daneben, r.) und die Teilnehmer des Vorbereitungstreffen "Ehrenamt in der Langgönser Asyleinrichtung“.
Foto: Rieger

Roblee–Workshop mit Trompeter Matthias Eckart

"Das hat Langgöns noch nicht gesehen“, zeigte sich Frank Seitz, Leiter des Evangelischen Posaunenchors Lang-Göns, begeistert. Er meinte damit die große Zahl von 80 Blechbläsern, die am vergangenen Samstag zu einem Workshop mit Matthias Eckart, dem 1. Trompeter des bekannten US-Posaunisten Richard Roblee, aus ganz Hessen in das Gemeindezentrum neben der Jakobuskirche gekommen waren. Der Workshop bildete den Auftakt zum Jubiläumsjahr anlässlich des 125-jährigen Bestehen des Evangelischen Posaunenchors.

Zuletzt, so berichtete Frank Seitz, habe es in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts große Posaunentage in Lang-Göns gegeben. Auch am 21. Juni erwartet man beim Bezirksposaunentag, zu dem der Evangelische Posaunenchor einlädt, erneut zahlreiche Bläser aus ganz Oberhessen.

"Die Atmosphäre ist sehr entspannt und locker, man lernt viel und es ist sehr interessant, was man aus bekannten Stücken wie Volksliedern oder Chorälen durch Swing und moderne Elemente machen kann. Die Zeit vergeht wie im Flug“, schwärmte Rainer Kuhl aus Leihgestern, Mitglied des Lang-Gönser Posaunenchors. Christine Herfel vom Posaunenchor aus Betzdorf im Westerwald meinte: "Organisation, Ablauf und die Musik sind super und sehr gelungen, es ist eine nette Gemeinschaft, das Ganze macht viel Spaß!"

Das besondere des Workshops war, dass ausschließlich Swingstücke gespielt wurden. Ein knappes Dutzend Melodien wurde einstudiert. Matthias Eckart erklärte: "Alle Stücke wurden von Richard Roblee arrangiert oder selbst geschrieben." Darunter gab es u. a. Jazzvorspiele für bekannte Choräle, und Swing-Interpretationen von Volks- und Kirchenliedern. So präsentierten sich beispielsweise das Volkslied "Ein Männlein steht im Walde“ oder der Gospel "Oh when the Saints“ im flotten Swing-Sound. Am Abend gab es ein kleines Werkstattkonzert und am Sonntagmorgen boten die Workshopteilnehmer mit Matthias Eckart im Gottesdienst Kostproben ihres frisch erworbenen neuen Könnens dar. Die Bläser erhielten dafür viel Applaus.

Als nächster Termin steht am Sonntag, dem 1. März, um 10 Uhr ein Jubiläums-Gottesdienst mit ehemaligen Bläsern und einer Bilderausstellung auf dem Programm.


Matthias Eckart. Foto: Rieger
Evangelischer Posaunenchor Lang-Göns – Workshop mit Trompeter Matthias Eckart. Foto: Rieger