Weihnachtsmusical „Ey Mann, Gloria“ (28.12.2016)

In diesem Jahr gab es in der Jakobuskirche kein Krippenspiel, sondern das Weihnachtsmusical „Ey Mann, Gloria“ von Peter Menger. Es wurde während des Familien-Gottesdienstes am Nachmittag des Heiligabends vom Kinderchor „Regenbogenkids“ unter der musikalischen Leitung von Angela Deistler-Hermann und der Mitwirkung von Judith Degen und Isabell Dern aufgeführt. „Es ist wirklich klasse und eine schöne Premiere, dass der Kinderchor an Heiligabend ein Musical zeigt“, betonte Pfarrer Achim Keßler begeistert. Bei flotten Rhythmen wie u. a. Samba und Rap kam die Weihnachtsfreude richtig rüber; frisch und kindgerecht wurde mit diesem Mini-Musical die biblische Weihnachtsgeschichte erzählt. Von Josef und der schwangeren Maria, die auf ihrer Reise zur Volkszählung keinen Raum in der Herberge haben. Derweil erscheinen Engel den Hirten – und Marias Baby kommt in einem Stall zur Welt: Ein König, der schreit wie ein Baby und Bäuerchen macht. Die jungen Darsteller ernteten großen Applaus. (ikr/Foto: Rieger)

Die regenbogenkids in Aktion. Foto: Rieger

40-jähriges Orgeljubiläum (28.12.2016)

"Heute werden wir diese Orgel auf allen Pfeifen pfeifen hören", versprach Pfarrer Hartmut Völkner im Sonntagsgottesdienst am vierten Advent. Denn auf den Tag genau 40 Jahre zuvor war die Orgel in der Lang-Gönser Jakobuskirche eingeweiht worden. Anlass für den langjährigen Organisten Hans-Joachim Reh, die “Königin der Instrumente” ganz in den Vordergrund zu stellen und buchstäblich alle "Register zu ziehen". Denn die Orgel in seiner Heimatkirche liegt dem Lang-Gönser ganz besonders am Herzen. 1976 war sie von der Licher Orgelbaufirma Förster & Nicolaus im Rahmen des umfangreichen Kirchenumbaus eingebaut worden, am 19. Dezember desselben Jahres wurde sie offiziell eingeweiht. Die Orgel besitzt 19 klingende Register, das bedeutet, dass sie in 19 verschiedenen Klangfarben ertönen kann. Diese 19 Register sind auf zwei Manuale (Hauptwerk/Rückpositiv) und ein Pedalwerk in einem freistehenden Pedalturm verteilt. Das Instrument ist übrigens erst die vierte Orgel in der rund 800-jährigen Geschichte der Jakobuskirche.
Mit einer dynamischen, von Reh selbst komponierten Variation über das Kirchenlied „O Heiland, reiß die Himmel auf“ und weiteren kraftvoll und professionell dargebotenen Stücken bewies Hans-Joachim Reh, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Organistenjubiläum feierte, einmal mehr seine herausragenden musikalischen Fähigkeiten, die er mit denen der Orgel eindrucksvoll in Einklang brachte. Die Orgel hat in ihm einen überaus würdigen Meister gefunden, der auf höchstem Niveau agiert. Höhepunkt am Ende des Gottesdienstes war die sehr eindrucksvoll gespielte Toccata und Fuge in D-Moll von Johann Sebastian Bach. Die Kirchenbesucher spendeten begeisterten Applaus und Pfarrer Völkner dankte dem Kirchenmusiker für sein großes musikalisches Engagement.

Hans-Joachim Reh beim Orgelspielen. Foto: Rieger
Bei manchen Stücken assistiert Hans-Joachim Reh seine Ehefrau Conny.

Christlicher Poetry-Slam bei "Sing an Praise" (28.11.2016)

(02.12.2017)

Praise"Christlichen Poetry Slam vom Feinsten bekamen die Besucher der Musikalischen Auszeit unter dem Motto „Sing and Praise“ in der Jakobuskirche geboten. Dies war eine Premiere innerhalb der Veranstaltungsreihe der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Lang-Göns. Almut Völkner aus Braunschweig, Schwiegertochter von Pfarrer Hartmut Völkner, und  der neue Bassist der Begleitband, Christian Weidtke, gaben eindrucksvolle Kostproben ihres literarischen Schaffens. Dreimal trug Almut Völkner vor und zog das Publikum von Anfang an in ihren Bann, beispielsweise mit einer sehr persönlichen Interpretation der Bibelgeschichte, in der Jesus auf eine Ehebrecherin trifft, die gesteinigt werden soll. Einfühlsam schilderte die Poetry Slammerin die Gefühle der Frau aus deren eigener Sicht, was einen starken Spannungsbogen hervorrief. Herzerfrischend und tiefgründig war auch ihre Geschichte von der kleinen Prinzessin, der ein Zacken aus der Lebenskrone bricht und die dieses Missgeschick eigentlich verheimlichen will. Ihr Vater bemerkt es aber und repariert die Krone, die hinterher noch schöner ist als zuvor, denn die Bruchstelle wurde mit einem Edelstein verziert. Später entdeckt das Kind viele kleine Diamanten in den Kronen seiner Geschwister… Die Erzählung ist ein Gleichnis für die Liebe Gottes zu den Menschen. Das Gedicht von Christian Weidtke, das er nach eigenen Angaben ganz spontan am Vortag erst geschrieben hatte, handelte vom Glauben als Lebenssinn. Wie gewohnt gab die etwa 90 Minuten dauernde Musikalische Auszeit genügend Raum, um beim Singen moderner Kirchenlieder vor Gott zur Ruhe zu kommen und aufzutanken. Eine Band  mit Singteam unterstützte den Gesang der Besucher.

Almut Völkner Foto: Rieger
Christian Weidtke Foto: Rieger

Musikalischer Gottesdienst am Ewigkeitssonntag (02.12.2016)

In einem sehr feierlich und würdevoll gestalteten Gottesdienst gedachten die Kirchenbesucher und Pfarrer Hartmut Völkner am Ewigkeitssonntag in der Jakobuskirche insbesondere der im Zeitraum der vergangenen zwölf Monate in der Kirchengemeinde verstorbenen 42 Menschen. Jeder Verstorbene wurde namentlich genannt, auf dem Altar brannte für jeden eine Kerze. Musikalisch umrahmten der Evangelische Kirchenchor und das Kammerorchester, beide unter der Leitung von Hans-Joachim Reh, den Gottesdienst eindrucksvoll und wie gewohnt auf musikalisch höchstem Niveau mit Sätzen aus der Kantate Nr. 140 „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ von Johann Sebastian Bach. Es ist eine der bekanntesten Bach-Kantaten. Sie basiert auf einem Choral des Pfarrers Philipp Nicolai aus dem Jahre 1599. Nicolai schrieb, wie Pfarrer Völkner berichtete, in „absolut schrecklicher Zeit“ , nämlich während der Pestjahre 1577-79, in denen täglich unzählige Menschen starben, ein Büchlein mit dem Titel "Freudenspiegel des ewigen Lebens". Es sollte den Angehörigen Trost spenden und wurde später Grundlage für die Bach-Kantate. Inhaltlich geht es in der Kantate darum, dass die Seele ständig bereit sein sollte, Gott zu begegnen.

Kirchenchor und Kammerorchester führten in der Jakobuskirche Sätze aus einer Bach-Kantate auf. Foto: Rieger

Abendliedersingen (11.11.2016)

Es war eine rundum gelungene Premiere: Unter dem Motto "Abends ist es schön" hatte die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Lang-Göns erstmalig dazu eingeladen, Abendlieder zu hören und mitzusingen. Mitwirkende in der Jakobuskirche waren der Kinderchor "Regenbogen-Kids" unter der Leitung von Angela Deistler-Hermann, der evangelische Kirchenchor mit seinem Dirigenten Hans-Joachim Reh sowie der Evangelische Posaunenchor unter der Regie von Frank Seitz.
Dieses nicht alltägliche Konzert mit Publikumsbeteiligung war sehr gut besucht. Pfarrer Hartmut Völkner moderierte den Abend und erzählte zwischen den Liedbeiträgen Heiteres und Besinnliches, Erbauliches und Tröstliches rund um das Thema “Abend und Nacht” und schuf damit eine ganz besondere, anheimelnde und wohltuende Atmosphäre. „Wenn es ganz dunkel ist, dann geht die Sonne Gottes in unseren Herzen auf ", sagte er beispielsweise und empfahl “Gott zu bitten, dass er uns zur inneren Ruhe bringt, an jedem Abend”. Die Chöre steuerten mit Abendliedern aus dem evangelischen Gesangbuch, die selten gesungen werden, zur besonderen Stimmung dieser Veranstaltung bei. Viel Applaus bekamen auch die "Regenbogen-Kids"; sie sangen einen Kuscheltiersong und das Kinderlied "Abends ist es schön". Gegen Ende des rund einstündigen Konzert sangen alle gemeinsam das wohl bekannteste deutsche Abendlied, "Der Mond ist aufgegangen" nach einem Gedicht von Matthias Claudius. Zum Abschluss stimmten alle den dreistimmigen Kanon "Herr bleibe bei uns, denn es will Abend  werden" an. Die Kollekte betrug über 300 Euro und kommt dem neu gegründeten Verein "Zukunftsmusik Lang-Göns" zugute. Er wurde eigens dafür gegründet, finanzielle Beiträge zu sammeln, um langfristig die Vielfalt der Kirchenmusik in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Lang-Göns zu unterstützen.

„Abends ist es schön“ sangen die „Regenbogen-Kids“ (r.) bei der Premiere des Abendliedersingens in der Jakobuskirche. Foto: Rieger
Sehr gut besucht war das Abendliedersingen und viele sangen auch mit. Foto: Rieger
Auch ein "u40-Chor" bildete sich. Foto: Rieger

Ehrung Hans-Joachim Reh (10.10.2016)

 
Auf den Tag genau 50 Jahre nach seinem ersten öffentlichen Auftritt als Organist hatte Hans-Joachim Reh bereits am 29. Mai dieses Jahres  in die Jakobuskirche zu einem sehr persönlichen Konzert eingeladen. Nun wurden seine Verdienste als Organist der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Lang-Göns auch von offizieller Seite gewürdigt: Im Namen des „Zentrums für Verkündigung“ der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) überreichte ihm Stefanie Dörr vom Kirchenvorstand im Sonntagsgottesdienst eine Urkunde. Auch die beiden Pfarrer Hartmut Völkner und Achim Keßler gratulierten noch einmal und betonten die Verdienste des Mannes, dessen Name in Lang-Göns untrennbar mit der Kirchenmusik verbunden ist, denn Hans-Joachim Reh ist außerdem auch noch der Leiter des evangelischen Kirchenchors und des Kammerorchesters, beides sind Ensembles, die auf sehr hohem musikalischem Niveau agieren. Unser Foto zeigt  (v. l.) Hartmut Völkner, Stefanie Dörr, Hans-Joachim Reh und Achim Keßler. (ikr/Foto: Rieger)

Unser Foto zeigt (v. l.) Hartmut Völkner, Stefanie Dörr, Hans-Joachim Reh und Achim Keßler. (ikr/Foto: Rieger)

Neuer Verein stellt sich vor "Zukunftsmusik Lang-Göns e. V." (11.10.2016)

Es gibt einen neuen Verein unter dem Dach unserer Kirchengemeinde: Im Gottesdienst zum Erntedank in der Jakobuskirche stellte sich "Zukunftsmusik Lang-Göns" erstmalig der Öffentlichkeit vor. 1. Vorsitzender ist Axel Biermann, insgesamt 14 Personen zählen zu den Gründungsmitgliedern, darunter auch Pfarrer Hartmut Völkner. Es ist ein Förderverein, dessen Zweck es ist, Beiträge zu sammeln, um langfristig die Vielfalt der Kirchenmusik in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Lang-Göns zu unterstützen.
 Denn diese kann sich sehen lassen: Es gibt unter dem Dach der Jakobuskirche einen Kinder-, Kirchen- und Posaunenchor sowie ein Kammerorchester. Alle agieren auf hohem musikalischem Niveau. Sie werden von nebenberuflich bzw. ehrenamtlich tätigen Gemeindemitgliedern geleitet. "Viele Gemeinden wären überglücklich, wenn sie auch nur ein Teil dieser Vielfalt und Qualität bieten könnten", machte Pfarrer Achim Keßler bei der Vorstellung von "Zukunftsmusik Lang-Göns" deutlich. Daher ist er sich mit seinem Kollegen Hartmut Völkner einig: "Das sollte unbedingt zu bleiben, auch in der Zukunft!" Deshalb haben sich einige Gemeindemitglieder zu der Vereinsgründung entschlossen. "Wir möchten uns dafür einsetzen, dass das vielfältige musikalische Angebot und der hohe Qualitätsstandard auch in Zukunft unser Gemeindeleben bereichert und so das Lob Gottes mit vielen Stimmen und Instrumenten erklingen kann. Dazu brauchen wir Ihre Unterstützung!", erklärte Axel Biermann.
Nun mag der ein oder andere vielleicht denken, dass es doch eigentlich gar nicht so viel kosten kann, wenn die Chormitglieder und Musiker alle ehrenamtlich singen. Axel Biermann weiß jedoch: "Die Kosten liegen meist im Verborgenen. Im Posaunenchor müssen beispielsweise Instrumente gepflegt und ab und zu neue Instrumente und Noten angeschafft werden." Der Kinderchor brauche ebenfalls Noten, hier muss außerdem für Aufführungsrechte bezahlt werden, wenn beispielsweise Musicals aufgeführt werden. Bei Konzerten des Kirchenchors und des Orchesters müssten manchmal Solisten bezahlt werden, und Noten brauchen diese Chöre ebenfalls.
Momentan werden die Personalkosten und ein großer Teil der Sachkosten durch die Kirchengemeinde finanziert. "Leider reicht das nicht immer, denn auch Musik kostet Geld, selbst in Zeiten von Downloads und Streaming-Diensten“, wissen Axel Biermann und seine Gründungsmitglieder. Deshalb hoffen sie auf viele Mitstreiter, die sich dem Verein anschließen.
Wer dem frisch gegründeten Verein "Zukunftsmusik Lang-Göns" beitreten möchte, kann dies für einen Basismitgliedsbeitrag von jährlich zwölf Euro tun, höhere Spendensummen sind selbstverständlich möglich. "Hierbei fallen keinerlei Vereinsarbeit oder ähnliche Verpflichtungen an, der Verein ist als gemeinnützig anerkannt, Spendenquittungen können ausgestellt werden", informiert der Vorsitzende und verspricht: "Die Verzinsung der Beiträge und Spenden sind zahlreiche kirchenmusikalische Events!"
Ansprechpartner ist Axel Biermann, Tel. 06403 / 972790
e-Mail: zukunftsmusik@langgoens-evangelisch.de
 
Die Kontoverbindung für Spenden lautet: Zukunftsmusik Lang-Göns, Sparkasse Gießen
IBAN: DE35 5135 00 25 0205 0490 60
Text: Imme Rieger
 
 
Der Vereinsvorstand:
1.Vorsitzender: Axel Biermann
Stellvertreter: Gerald Lauber
Kassiererin: Judith Degen
Schriftführer: Dieter Lanze
1. Beisitzer: Andreas Christ
2. Beisitzerin: Hannelore Reh
3. Beisitzerin: Gretel Christ
4. Beisitzerin: Kornelia Reh
 
 

Gruppenbild der Vorstands- und Gründungsmitglieder von "Zukunftsmusik" um den Vorsitzenden Axel Biermann (mittlere Reihe, 2. v. r.). Es fehlt Pfarrer Hartmut Völkner. Foto: Markus Degen
Das Logo des Vereins.

Orgelkonzert zum 50-jährigen Organistenjubiläum von Hans-Joachim Reh (29.05.2016)

Auf den Tag genau 50 Jahre nach seinem ersten öffentlichen Einsatz als Organist hatte Hans-Joachim Reh in die Jakobuskirche Lang-Göns zu einem besonderen und sehr persönlichen Konzert eingeladen. Dabei öffnete er am vergangenen Sonntag seinem Publikum ein großes Fenster der Erinnerung, worin für ihn Dankbarkeit stets im Vordergrund stand.

Bilder aus 50 Jahren und dazugehörige, oft humorvolle und immer interessante Geschichten, wechselten sich mit der Orgelmusik u. a. von Bach und Mendelssohn ab und sorgten für kurzweilige und informative 70 Minuten.

Es war ein Konzert mit Überraschungen: Schon beim Betreten des Kirchenraums fiel auf, dass die Sitzreihen diesmal in Blickrichtung der imposanten Orgelempore gestellt waren. Überraschend war auch die kontrastreiche Auswahl der Musik: Mit dem Präludium in f-Dur von Lübeck eröffnete der Organist das Programm und bewies im Laufe der folgenden Stunde nicht nur seine brillante Virtuosität auf der "Königin der Instrumente", sondern auch die Vielfalt seines Repertoires. So bezog Reh Orgel-Klassiker wie Auszüge aus der Orgelsonate VI von Mendelssohn ebenso ein wie den Gospel „Put your hand in the hand“, am Klavier gemeinsam mit Tochter Janina Hill, die den Gesangspart übernahm, Auszüge mit interpretatorisch-theologischem Tiefgang aus dem Orgelbüchlein von Johann Sebastian Bach bis hin zum wahrscheinlich bekanntesten Orgelstück schlechthin, der Toccata d-moll von Johann Sebastian Bach. Sie markierte den klanggewaltigen Schlusspunkt am Konzertende. Als Registrantin an der Orgel unterstützte den Organisten seine Ehefrau Conny Reh.

14 Jahre alt war Hans-Joachim Reh zu Beginn seiner Organistenlaufbahn. Sie begann auf der elektronischen Hammond-Orgel in der Kapelle der benachbarten Ayers-Kaserne. Sonntags wurde der junge Orgelspieler dazu von einem Militärjeep abgeholt. "Dieses Abenteuer dauerte elf Jahre. Bei den Amerikanern habe ich damals revolutionäre Kirchenmusik kennengelernt", verriet der Organist, der seine Ausführungen anschaulich mit Bildern unterlegte. So stamme der Text des 60er-Jahre-Hits „Turn, turn, turn“ von den Byrds fast komplett aus der Bibel, lernte der Jugendliche damals. So kam es, dass Hans-Joachim Reh neben klassischer Orgelliteratur immer schon modernen Musikelementen aufgeschlossen gegenüberstand. Nicht nur in Lang-Göns spielte er, auch die damals neu erbaute Orgel in der Gießener Johanneskirche brachte er zum Klingen. "Vor knapp 40 Jahren bekam meine Lang-Gönser Heimatkirche dann eine neue Orgel. Das passiert Organisten nur alle 300 bis 400 Jahre, und ich hatte das Glück“, berichtete Reh. „Unsere Orgel war von der Licher Orgelbaufirma Förster & Nicolaus 1977 im Rahmen des umfangreichen Kirchenumbaus eingebaut worden. Sie besitzt 19 klingende Register, das bedeutet, dass sie in 19 verschiedenen Klangfarben ertönen kann", erklärte er. Diese 19 Register sind auf zwei Manuale und ein Pedalwerk in einem freistehenden Pedalturm verteilt.  Das ergibt die stolze Zahl von 1.296 Pfeifen, 672 Pfeifen im Hauptwerk, 504 für das Rückpositiv und 120 für das Pedal! Die größte dieser Pfeifen steht im Pedalturm, ist aus Holz und ca. 2,50 lang, während die kleinste im Rückpositiv zu finden ist und nur ca. 3 cm hoch ist, bei einem Durchmesser von etwa 4 mm.

Reh erläuterte, warum die Orgel seit jeher als "Königin der Instrumente" bezeichnet werde; eröffne sie unter anderem doch in ihrer Unterschiedlichkeit der Klangfarben mannigfaltige und faszinierende Kombinationsmöglichkeiten. Dass die Orgel auch sehr modern klingen kann – je nach Komponist – bewies er mit einem Stück des zeitgenössischen Komponisten Matthias Nagel. Zwischendurch wurde es sehr familiär, denn Ehefrau Conny, die vier Töchter und einige Enkelinnen sangen, von Ehemann, Vater und Großvater am Klavier begleitet, „Oh Happy day“. Ganz im Sinne des Organisten, der als gläubiger Christ betonte: "Unsere Zukunft ist in Dur und nicht in Moll!"

Pfarrer Achim Keßler und sein Kollege Hartmut Völkner sprachen Hans-Joachim Reh, der auch Leiter des Kirchenchors und des Kammerorchesters der Kirchengemeinde sowie darüber hinaus als zeitgenössischer Kirchenmusiker weit über die Grenzen der Gemeinde bekannt ist, ihren tiefempfundenen Dank aus. Zwei Überraschungen gab es am Schluss: Das Publikum bedankte sich nicht nur mit stehenden Ovationen, sondern sang extra für den Jubilar das Lied "Allein Gott in der Höh‘ sei Ehr". Die Familie des Organisten überreichte ihm außerdem zum Jubiläum eine Torte, auf der eine kleine Orgel prangte. Spenden zugunsten der Orgel waren willkommen.

Seit 50 Jahren Organist in der Jakobskirche: Hans-Joachim Reh.
Blick ins Publikum.
Frauenpower aus dem Hause Reh: Ehefrau, Töchter und Enkelinnen sangen „Oh happy day“, Hans-Joachim Reh begleitete am Klavier.
Der Organist erhält nach dem Konzert viel Applaus.
Die Familie überreichte dem Jubilar eine Orgel-Torte.
Blick ins Rückpositiv der Lang-Gönser Orgel.

Ostermusik "Es ist vollbracht" (26.03.2016)

Die „Ostermusik“ aus der Feder des Lang-Gönser Kirchenmusikers Hans-Joachim Reh, die dieser nach Texten von Johannes Jourdan komponiert hat, kam nach der Premiere in der Jakobuskirche im vergangenen Jahr am Ostersamstag zum zweiten Mal zur Aufführung.

In Beisein des 92-jährigen Jourdan, eines evangelischen Theologen und Schriftstellers, der extra aus Darmstadt angereist war, wurde das zeitgenössische musikalische Meisterwerk diesmal im voll besetzten Bürgerhaus Lang-Göns gezeigt: "Es ist vollbracht!" lautet der  Titel des knapp zwei Stunden füllenden, außergewöhnlichen und opulenten, modernen Oratoriums, das die Zuhörer berührte. Sie spendeten am Ende hochverdiente stehende Ovationen für den Kirchenchor, verschiedene Solisten, den Kinderchor „Regenbogenkids“ unter der Leitung von Melanie Quill, das Kammerorchester und eine Band, die alle unter der Gesamtleitung von Hans-Joachim Reh standen.

"Es ist vollbracht!" packt Texte von Johannes Jourdan, der 1923 in Kassel geboren wurde, in ein modernes musikalisches Kleid. Das Werk gliedert sich in acht Kapitel, welche die Leidensgeschichte von Jesus thematisieren. Die musikalischen Passagen werden durch gesprochene Texte ergänzt. Reh versteht es ausgezeichnet, Handlungen und Gefühle in Musik zu fassen. Dabei verwendet er verschiedene musikalische Elemente, die Musik ist mal in Dur, mal in Moll, mal Pop, mal melodiös im Walzertakt, mal atonal, immer wieder choral, mal dramatisch wie im Film, mal klassisch und symphonisch, dann wieder swingend wie im Musical und auch mal jazzig. Zusammengefasst einfach nur fantastisch, die“ beste Nachricht der Welt“ in Töne zu fassen.

Besonders hervorzuheben waren die Gesangssolisten, wobei Janina Hill (Sopran) und Andreas Czerney (Bass) den Löwenanteil souverän und stimmlich auf allerhöchstem Niveau bestritten. Auch Elfriede Völkner (Sopran), Birgit Lauber (Alt) und Joachim Christ (Tenor) begeisterten das Publikum.

Der evangelische Kirchenchor agierte ebenso wie das Kammerorchester, das durch eine Band – u. a.  mit Schlagzeug, Saxofon und E-Bass - ergänzt wurde, stets und wie gewohnt auf höchstem Niveau. Für kindlich-frischen, unbeschwerten Schwung sorgten die "Regenbogen-Kids“, die großen Szenenapplaus erhielten.

Mit Liedern wie beispielsweise "Es ist vollbracht – Jesus lebt!" (Chor),  "Heute ist Ostern, die Sonne geht auf!" (Kinderchor) und „Gott ist Liebe“ (Chor) wurde die Passionsgeschichte musikalisch lebendig. Ein fulminant-hoffnungsfrohes chorales "Halleluja" bildete den stimmgewaltigen und imposanten Schlusspunkt dieser Aufführung, die dem Publikum sicherlich als großartige musikalische Sternstunde in Erinnerung bleiben wird.

Die Kirchengemeinde darf sich glücklich schätzen, mit Hans-Joachim Reh solch einen begnadeten Musikschaffenden in ihren Reihen zu haben. Dies drückten die beiden Pfarrer  Achim Keßler und Hartmut Völkner am Ende der Aufführung in ihren Dankesworten aus. Alleine 1500  Stunden fürs Noten schreiben und 500 Stunden fürs Komponieren hat der Kirchenmusiker gebraucht, die vielen Proben mit den Sängern und Musikern kamen noch dazu. „Ich habe einen großen Fehler gemacht, dass ich fast 93 Jahre lang nicht in Lang-Göns war!“, lobte auch ein tief beeindruckter Johannes Jourdan die Künstler auf der Bühne.

Der Eintritt war frei, um Spenden zur Unterstützung der Kirchenmusik wurde gebeten.

Fotos: Rieger

Ein buntes Bild boten die Akteure der von Hans-Joachim Reh komponierten Ostermusik „Es ist vollbracht!“
Hans-Joachim Reh (r.) und Johannes Jourdan
Die Regenbogenkids waren ebenso engagiert wie die Erwachsenen

Ehrungen Kirchenchor (11.01.2016)

Ehrungen langjähriger aktiver Mitglieder gab es beim Evangelischen Kirchenchor Lang-Göns: Insgesamt galt es 140 Jahre zu würdigen, denn so viel vereinten Chorleiter Hans-Joachim Reh, Gretel Christ und Herbert Spies in der gemeinsamen Summe. Für 50-jährige Mitgliedschaft würdigte Kirchenvorstands- und Kirchenchormitglied Stefanie Dörr Chorleiter Hans-Joachim Reh. Dieser ehrte seinerseits Gretel Christ für ein halbes Jahrhundert und Herbert Spies für 40-jährige Sangestätigkeit.

Unser Foto zeigt (vorne, v. l.): Hans-Joachim Reh, Stefanie Dörr, Herbert Spies und Gretel Christ. (ikr/Foto: Müssing)